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In- und Ausland

Erdogan droht Syrien mit Vergeltungsangriffen „überall“

Konflikte

Mittwoch, 12. Februar 2020 - 11:29 Uhr

von Deutsche Presseagentur dpa

dpa Istanbul. Binnen einer Woche sind türkischen Angaben zufolge 14 Soldaten ums Leben gekommen. Bei weiteren Angriffen auf das türkische Militär kündigt Präsident Recep Tayyip Erdogan noch drastischere Maßnahmen an.

Recep Tayyip Erdogan, Präsident der Türkei. Foto: Michael Kappeler/dpa

Im Falle weiterer Angriffe Syriens auf türkische Soldaten droht Präsident Recep Tayyip Erdogan zukünftig Vergeltungsschläge auch jenseits der umkämpften Rebellenhochburg Idlib an.

Wenn den türkischen Soldaten in ihren Beobachtungsposten oder anderen Orten „auch nur der kleinste Schaden zugefügt wird, dann werden wir ab heute die Kräfte des Regimes überall angreifen, ohne an Idlib oder die Grenzen des Sotschi-Abkommens gebunden zu sein“, sagte Erdogan während einer Rede vor Mitgliedern seiner Regierungspartei AKP. Er wurde mehrfach von Applaus unterbrochen.

Der Hinweis auf das Sotschi-Abkommen bezieht sich auf eine Einigung zwischen der Türkei und Russland als Schutzmacht Syriens. Damit sollte unter anderem in der Rebellenhochburg eine Deeskalationszone eingerichtet werden. Die Türkei, die im syrischen Bürgerkrieg islamistische Rebellen unterstützt, richtete dort Beobachtungsposten ein. Dennoch begann das syrische Militär eine Offensive auf Idlib. In den vergangenen Tagen hatte es große Geländegewinne gemeldet.

Dabei waren binnen einer Woche auch mehrere türkische Soldaten getötet worden; Erdogan sprach von 14 Toten und 45 Verletzten. Die Türkei startete daraufhin Gegenangriffe und gab an, zahlreiche syrische Soldaten getötet zu haben. „Da wo das Blut unserer Soldaten vergossen wird, ist keiner sicher, egal, für wie groß er sich hält“, sagte Erdogan.

Erdogan erwähnte erneut ein auf Ende Februar befristetes Ultimatum, das er Damaskus bereits vor rund einer Woche gestellt hatte. Die Türkei sei entschlossen, das syrische Militär bis Ende Februar wieder hinter die Grenzen des im Sotschi-Abkommen festgelegten Gebietes zu treiben, „also hinter unsere Beobachtungsposten“, sagte er. Deswegen habe die Regierung in den vergangenen Tagen ihre militärische Präsenz in Idlib ernsthaft ausgebaut.

Hunderttausende Menschen sind wegen der syrischen und russischen Angriffe auf der Flucht, viele in Richtung türkische Grenze. Das hatte in der Türkei, die bereits Millionen Flüchtlinge beherbergt, Sorge ausgelöst. Erdogan warf Syrien und seinen Unterstützern „Massaker“ vor. Sie zielten nicht auf Terroristen, sondern direkt auf Zivilisten ab. Sie wollten sie Richtung türkische Grenzen drängen.

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