Mit der Nutzung unserer Website erklären Sie sich damit einverstanden, dass wir Cookies verwenden. Mehr Informationen. Verstanden
In- und Ausland

Erneut Unklarheit über Schiff mit Flüchtlingen im Mittelmeer

Migration

Donnerstag, 14. Juni 2018 - 08:41 Uhr

von Deutsche Presseagentur dpa

dpa Rom. Könnte sich der Fall des Rettungsschiffs „Aquarius“ auf dem Mittelmeer wiederholen? Viele Überlebende eines Flüchtlingsunglücks sitzen jetzt auf einem US-Marineschiff auf hoher See fest. Die „Aquarius“ kämpft derweil gegen meterhohe Wellen an.

Italien hatte der „Aquarius“ von der SOS Méditérranée mit Hunderten erschöpften Migranten an Bord die Einfahrt in einen Hafen verwehrt. Foto: Kenny Karpov/SOS Mediterranee

Nach der Abweisung der „Aquarius“ in Italien sitzen erneut viele gerettete Migranten auf einem Schiff im Mittelmeer fest. Das US-Marineschiff „Trenton“ habe mehr als 40 Überlebende und 12 Tote eines Flüchtlingsunglücks an Bord und warte immer noch auf eine Anweisung, wohin diese gebracht werden könnten, erklärte die deutsche Hilfsorganisation Sea-Watch am Mittwochabend.

Anzeige

Sea-Watch war am Dienstag zu dem Marineschiff gerufen worden und kreuzt in der Gegend. Bisher gebe es keine Zuweisung für einen sicheren Hafen für die Migranten.

Eine Sprecherin der US-Navy erklärte, dass man derzeit mit den „internationalen Partnern“ in Verhandlungen über das weitere Vorgehen stehe.

Italiens neue populistische Regierung will privaten Seenotrettern die Hafeneinfahrt verwehren, wie das zuletzt mit dem Rettungsschiff „Aquarius“ geschehen ist. Dieses war zwei Tage mit mehr als 600 Migranten an Bord auf See blockiert worden und ist mittlerweile mit noch 106 Geretteten an Bord auf dem Weg nach Spanien, weil die dortige Regierung Einfahrt gewährt hatte.

Sea-Watch twitterte, man hoffe, dass das US-Marineschiff mit den Flüchtlingen im Gegensatz zu privaten Seenotrettern in Italien anlegen dürfe. Erst am Mittwoch hatte beispielsweise ein Schiff der italienischen Küstenwache mit mehr als 900 Migranten in Italien angelegt.

Der Sprecher der Internationalen Organisation für Migration (IOM), Flavio Di Giacomo, kritisierte den Schwebezustand. „Diese Situation muss gelöst werden. Überlebende von Schiffsunglücken sind extrem verwundbar, traumatisiert und brauchen unbedingt sofortige Hilfe. Zu lange zu warten ist keine Option.“

Die Überfahrt der „Aquarius“ erschwerten unterdessen meterhohe Wellen und schlechtes Wetter. „Viele Leute an Bord sind seekrank und sehr erschöpft“, sagte Aloys Vimard, Projektleiter von Ärzte ohne Grenzen auf dem Schiff, der Deutschen Presse-Agentur am späten Mittwochabend. Die „Aquarius“ steuere Richtung Sardinien und soll am Samstagabend in Valencia anlanden. Die Wellen seien bis zu vier Meter hoch, und das Wetter solle weiter schlecht bleiben.

Neben dem Schiff der Hilfsorganisation SOS Mediterranee sind zwei italienische Schiffe der Küstenwache und der Marine auf dem Weg nach Spanien - die hatten von der „Aquarius“ mehr als 520 Migranten übernommen, um die Sicherheit bei der Überfahrt zu gewährleisten.

Ihr Kommentar zum Thema

Erneut Unklarheit über Schiff mit Flüchtlingen im Mittelmeer

Verbleibende Zeichen:

Regeln fürs Kommentieren

Bitte bleiben Sie fair und sachlich. Schreiben Sie keine Kommentare, die Beleidigungen, Verleumdungen oder falsche Tatsachenbehauptungen enthalten. Beiträge, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht (siehe Netiquette).

Bitte beachten Sie, dass Ihr Kommentar unter Ihrem echten Namen veröffentlicht wird!


captcha

Anzeige
Anzeige