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In- und Ausland

Erste Vorwahlen in Iowa haben begonnen

Wahlen

Dienstag, 4. Februar 2020 - 02:39 Uhr

von Deutsche Presseagentur dpa

dpa Des Moines. Wer soll für die Demokraten gegen US-Präsident Trump in die Wahl ziehen? Alle Augen richten sich auf den Bundesstaat Iowa: Dort treffen die Wähler seit dem Abend die erste Vorentscheidung.

Iowa macht den Aufschlag bei den Vorwahlen in den USA, bei denen die Demokraten und Republikaner ihren Präsidentschaftskandidaten festlegen. Foto: Andrew Harnik/AP/dpa

Im US-Bundesstaat Iowa haben die ersten Vorwahlen im US-Präsidentschaftsrennen begonnen. Bei Parteiversammlungen, verteilt über den ganzen Staat, stimmten Demokraten und Republikaner seit Montagabend darüber ab, wen sie für den besten Präsidentschaftskandidaten ihrer Partei halten.

Das Prozedere bei diesen „Caucus“-Treffen ist kompliziert und unterscheidet sich deutlich von Abstimmungen per Wahlzettel. Ergebnisse werden erst am späten Abend oder in der Nacht erwartet - nach deutscher Zeit also am heutigen Morgen.

Bei den Republikanern tritt der Amtsinhaber, US-Präsident Donald Trump, in dem parteiinternen Rennen ohne ernstzunehmende Konkurrenz an. Bei den Demokraten gibt es dagegen ein großes Bewerberfeld. Insgesamt waren es fast 30 Anwärter, 17 sind bereits ausgestiegen, 11 sind noch übrig. Auf nationaler Ebene liegt in Umfragen seit langem - in wechselnden Konstellationen - ein Führungstrio vorne: der moderate Ex-US-Vizepräsident Joe Biden sowie die beiden linken Senatoren Bernie Sanders und Elizabeth Warren.

In Umfragen in Iowa hatte Biden über lange Strecken auch auf Platz eins gelegen. Zuletzt zog aber Sanders an ihm vorbei und sicherte sich dort die Favoritenrolle. Zwischenzeitlich hatte auch der 38 Jahre alte Ex-Bürgermeister aus Indiana, Pete Buttigieg, die Umfragen in Iowa angeführt, was die Konkurrenz nervös machte. Es ist also ein spannendes Rennen - mit möglichen Überraschungen.

Die Entscheidung fällt nicht in Wahllokalen, sondern bei „Caucuses“ - aberhunderten kleinen Parteiversammlungen. An fast 1700 Orten gibt es solche Treffen - zum Teil in ganz kleiner Runde, etwa in Cafés, Schulen, Kirchen, Gemeindezentren, Sporthallen oder Büchereien. Bei den „Caucus“-Treffen der Demokraten gibt es meist zuerst Reden von Unterstützern der Kandidaten. Dann teilen sich die Anwesenden im Raum auf: Entweder sie begeben sich zur Gruppe eines Kandidaten oder in die Ecke der „Unentschiedenen“.

Damit die Stimmen gelten, muss eine Gruppe mindestens 15 Prozent der Anwesenden auf sich vereinen. Wer in einer Gruppe endet, die das nicht erfüllt, kann in einer weiteren Runde in das Lager eines anderen Kandidaten wechseln. Danach wird ausgezählt. Nur wer physisch an einer solchen Versammlung teilnimmt und bis zum Schluss bleibt, dessen Stimme zählt.

Die demokratischen Präsidentschaftsbewerber absolvierten in Iowa bis zum Schluss Wahlkampfveranstaltungen im Akkord. Biden warnte bei seiner Abschlusskundgebung in Iowas Hauptstadt Des Moines am Sonntag vor weiteren vier Jahren Trump. Deswegen hätten die Wähler in Iowa eine größere Verantwortung als jemals zuvor, sagte er. Warren betonte: „Wir haben ein Ziel: Wir werden Donald Trump besiegen!“

Bidens Ehefrau Jill, die gemeinsam mit ihm viele Wahlkampfveranstaltungen in Iowa absolviert hatte, sagte am Montag dem Fernsehsender CNN, die Menschen in dem Bundesstaat seien enttäuscht von Trump - gerade die Landwirte. Viele, die Trump 2016 dort noch unterstützt hätten, seien inzwischen von ihm abgerückt.

Iowa ist mit seinen drei Millionen Einwohnern auf nationaler Ebene kein Schwergewicht und schickt im Sommer auch nur wenige Delegierte zu den Nominierungsparteitagen von Demokraten und Republikanern. In dem kleinen Staat hat sich aber in der Vergangenheit oft gezeigt, wer am Ende als Kandidat seiner Partei das Rennen macht. Die Signalwirkung ist also groß.

Kurz nach Iowa steht am 11. Februar die nächste Vorwahl in New Hampshire an. Auch dort liegt Bernie Sanders in Umfragen unter den demokratischen Präsidentschaftskandidaten vorne - sogar mit deutlichem Abstand zu Biden.

Am 3. März folgt dann die nächste große Wegmarke: der „Super Tuesday“ mit Abstimmungen in mehr als einem Dutzend US-Bundesstaaten. Die Vorwahlen ziehen sich insgesamt bis Juni hin. Im Sommer küren Demokraten und Republikaner dann auf großen Parteitagen ihren jeweiligen Präsidentschaftskandidaten. Die Kontrahenten haben dann noch mehrere Monate Zeit für den heißen Wahlkampf. Am 3. November steht schließlich die Präsidentschaftswahl an.

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