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In- und Ausland

Erster Kim-Moon-Gipfel: Ringen um Frieden

Konflikte

Donnerstag, 26. April 2018 - 08:01 Uhr

von Deutsche Presseagentur dpa

dpa Seoul. Vor wenigen Monaten drohte noch eine militärische Eskalation wegen des Atomkonflikts mit Nordkorea. Am Freitag reden Machthaber Kim und Südkoreas Präsident Moon erstmals direkt miteinander. Können sie die Spannungen weiter abbauen? Was ist mit Kims Atomwaffen?

Nordkoreas Machthaber Kim Jong Un (r) und der südkoreanische Präsident Moon Jae sind in Seoul auf einem Plakat von Aktivisten zu sehen. Foto: Lee Jin-Man/AP

Bei ihrem ersten Gipfeltreffen wollen sich Nordkoreas Machthaber Kim Jong Un und Südkoreas Präsident Moon Jae In auf atomare Abrüstung und eine langfristige Friedenslösung konzentrieren.

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Wie der Vorsitzende des Vorbereitungskomitees, Stabschef Im Jong Seok, in Seoul weiter berichtete, ist noch unklar, mit welcher Art von Vereinbarung das Treffen am Freitag im Grenzort Panmunjon enden wird.

Besonders strittig ist das Thema der atomaren Abrüstung Nordkoreas. „Wenn es um die Entnuklearisierung geht, ist es sehr schwer zu sagen, auf welcher Ebene eine Einigung erreicht werden kann“, sagte Im Jong Seok. Fortschritte im Atomkonflikt zwischen Kim und Moon wären auch eine gute Grundlage für das Ende Mai oder Anfang Juni geplante Treffen zwischen Nordkoreas Machthaber und US-Präsident Donald Trump.

Bei dem Gipfel wird Kim als erster nordkoreanischer Führer seit dem Ende des Korea-Krieges 1950-53 die Grenze überqueren. Südkoreas Präsident wird ihn um 9.30 Uhr Ortszeit (2.30 Uhr MESZ) auf der Demarkationslinie in der gemeinsamen Sicherheitszone des Grenzortes empfangen. Es ist nach 2000 und 2007 in Pjöngjang der dritte innerkoreanische Gipfel, aber der erste seit der Eskalation des Atomkonfliktes und der erste in Südkorea.

Der Streit über Nordkorea Atomprogramm zählt zu den gefährlichsten Konflikten der Welt. Die Spannungen hatten sich 2017 deutlich verschärft, nachdem das Land mehrfach Raketen und seine bisher größte Atombombe getestet und damit wiederholt gegen UN-Resolutionen verstoßen hatte. Seit Jahresanfang verfolgt Kim jedoch überraschend eine Annäherungspolitik zu Südkorea und hatte auch Sportler zu den Winterspielen im südkoreanischen Pyeongchang entsandt.

Als erster nordkoreanischer Führer wird Kim in Südkorea sogar mit militärischen Ehren begrüßt. Anschließend beginnen Moon und Kim im Friedenshaus von Panmunjon zunächst ihre Gespräche in kleiner Runde, bevor sie auf die Delegationen ausgeweitet werden. Am Mittag wird die nordkoreanische Delegation zum Essen und einer Pause wieder über die Grenze zurückkehren. Am Nachmittag gehen die Gespräche im Friedenshaus weiter und enden am Abend mit einem Bankett.

Der Gipfel ist voller Symbolik. So werden beide Staatschefs unter anderem gemeinsam einen Baum an der Demarkationslinie pflanzen, die beide Länder seit 65 Jahren trennt. Die Pinie stehe für Frieden und Wohlergehen, sagte der Vorsitzende des Vorbereitungskomitees. Nordkoreas Machthaber wird bei seinem Gipfel vom protokollarischen Staatsoberhaupt Kim Yong Nam begleitet. Offen ist nach südkoreanischen Angaben noch, ob Kims Frau Ri Sol Ju mitkommt.

Am vergangenen Freitag hatte Nordkoreas Machthaber überraschend eine Einstellung seiner Atom- und Raketentests sowie die Beseitigung des nordkoreanischen Atomtestgeländes angekündigt. Kim begründete seinen Vorstoß mit der Vollendung des Atomprogramms. Dieser „große Sieg“ mache weitere Tests unnötig. Das Land könne sich jetzt auf den wirtschaftlichen Aufbau konzentrieren. Kim gab keinerlei Hinweis darauf, dass er seine Atomwaffen aufgeben wollte. Das wäre aber auch eine Voraussetzung für das Ende der internationalen Sanktionen.

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