Ethikrat: Eingriffe in Erbgut von Nachkommen unzulässig

dpa Berlin. Der Deutsche Ethikrat hält gentechnische Verfahren zur gezielten Veränderung des Erbguts von Nachkommen bis auf weiteres für unzulässig.

Ethikrat: Eingriffe in Erbgut von Nachkommen unzulässig

Der chinesische Wissenschaftler He Jiankui behauptet, er habe geholfen, die ersten genetisch veränderten Babys der Welt zu zeugen. Foto: Mark Schiefelbein/AP/Archiv

Solche Eingriffe seien wegen ihrer unabsehbarer Risiken derzeit unverantwortlich, teilte das unabhängige Beratungsgremium am Donnerstag in Berlin mit. Bundesregierung und Bundestag sollten sich für einen verbindlichen internationalen Stopp klinischer Anwendungen beim Menschen einsetzen. Grundsätzlich ethisch auszuschließen sei dies nicht.

Voraussetzung jeglicher künftigen Anwendung sogenannter Keimbahneingriffe wäre aber hinreichende Sicherheit und Wirksamkeit. Auch in Deutschland sei eine grundlegende Debatte erforderlich.

Der Vorsitzende des Ethikrats, der Theologe Peter Dabrock von der Universität Erlangen-Nürnberg, betonte, es gelte der ungeheuren Dynamik der Entwicklung Rechnung zu tragen. Die weltweite Diskussion hatte Fahrt aufgenommen, nachdem im vergangenen November ein chinesischer Wissenschaftler die Geburt der ersten gentechnisch veränderten Babys bekannt gegeben hatte. Dies sorgte bei Fachkollegen und der Öffentlichkeit in vielen Ländern für Entsetzen und Empörung.

Der Ethikrat hatte bereits 2017 mit Arbeiten für die nun vorgelegte Stellungnahme begonnen.