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In- und Ausland

Experte: „Keine präzise“ Quelle für Gift im Fall Skripal

Spionage

Dienstag, 3. April 2018 - 18:22 Uhr

von Deutsche Presseagentur dpa

dpa London. Was für ein Gift im Fall Skripal verwendet wurde, ist geklärt - doch wo es herkam, wissen britische Forscher noch immer nicht. Nun stehen internationale chemiewaffen-Experten im Fokus, die bei ihrem Treffen in Den Haag möglicherweise Genaueres sagen können.

Einsatzkräfte in Schutzanzügen: Eine „präzise Quelle“ für das eingesetzte Gift ist noch nicht gefunden worden. Foto: Andrew Matthews/PA Wire

Im Fall des Anschlags auf den russischen Ex-Doppelagenten Sergej Skripal hat ein britisches Forschungslabor keine „präzise Quelle“ für das eingesetzte Gift herausfinden können.

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Bislang sei nur der Nachweis gelungen, dass bei dem Attentat Nowitschok oder ähnliche Substanzen verwendet worden seien, sagte am Dienstag Gary Aitkenhead, Chef eines Laboratoriums der Forschungsanlage Porton Down.

Einen Monat nach dem Anschlag wird international mit Spannung ein Treffen der Organisation für ein Verbot der Chemiewaffen (OPCW) erwartet. Der OPCW-Exekutivrat befasst sich am Mittwoch in einer Sondersitzung in Den Haag mit dem Fall Skripal. Das bestätigte die Organisation in Den Haag.

Russland hatte die Sondersitzung des Leitungsgremiums der OPCW beantragt. Die Affäre um die mutmaßliche Nervengift-Attacke auf den Skripal und seine Tochter Julia hatte zu erheblicher Verstimmung zwischen dem Westen und Russland geführt. Dutzende Diplomaten wurden ausgewiesen.

OPCW-Experten hatten Spuren des Giftes untersucht. Doch es war zunächst unklar, ob bei der Sondersitzung bereits Ergebnisse der Untersuchung vorgelegt werden.

Skripal und seine Tochter waren am 4. März im südenglischen Salisbury bewusstlos gefunden worden. Großbritannien geht davon aus, dass beide mit dem in der früheren Sowjetunion entwickelten Kampfstoff Nowitschok vergiftet wurden und verdächtigt daher Russland, an dem Vorfall beteiligt gewesen zu sein. Moskau bestreitet dies vehement.

Russische Behörden hatten gefordert, in die Ermittlungen mit einbezogen zu werden. Andernfalls würden sie die Untersuchungsergebnisse der OPCW-Experten nicht anerkennen. Auf Antrag Russlands sollte die Sitzung auch unter Ausschluss der Öffentlichkeit stattfinden.

Russland hatte der OPCW zuvor einen Fragenkatalog zur Klärung des Vorfalls geschickt. Nach russischen Angaben wollte die Organisation noch vor Beginn der Sondersitzung die Fragen beantworten. Die OPCW mit Sitz in Den Haag ist verantwortlich für die Umsetzung der Chemiewaffenkonvention aus dem Jahre 1997.

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