In- und Ausland

Familienverbände schreiben Brief gegen Ankerzentren

Flüchtlinge

Samstag, 26. Mai 2018 - 10:21 Uhr

von Deutsche Presseagentur dpa

dpa Berlin. Mehr als 20 Familien- und Flüchtlingsverbände haben sich mit einem offenen Brief gegen die Pläne für sogenannte Ankerzentren gewandt. Sie halten die geplanten Einrichtungen für ungeeignet für Kinder und Familien.

Hände an einem Zaun im Transitzentrum für Asylsuchende in Manching, Bayern. Das Transitzentrum könnte eines von mehreren sogenannten Ankerzentren werden. Foto: Stefan Puchner

Die Rechte von Kindern und Jugendlichen müssten in allen Verfahren berücksichtigt werden, teilte Meike Riebau, rechtspolitische Sprecherin der Kinderhilfsorganisation Save the Children Deutschland, am Samstag mit. Dazu gehöre der Besuch von Schulen und Kindergärten und eine Umgebung, in der Kinder sicher und gesund aufwachsen könnten. „Das Kindeswohl muss Vorrang vor sicherheitspolitischen Erwägungen haben“, sagte Riebau.

Bundesinnenminister Horst Seehofer (CSU) plant die bundesweite Einführung von bis zu sechs Asyl- und Abschiebezentren für Asylbewerber in Deutschland spätestens ab September. Nach Informationen der Deutschen Presse-Agentur sind bisher allerdings nur Bayern und Saarland zur Einrichtung solcher Zentren bereit.

Unter den 24 Unterzeichnern des Briefs an die Bundesministerien für Inneres und für Familie sowie an die Kommunen sind etwa die Verbände Pro Asyl, SOS Kinderdorf und das Deutsche Kinderhilfswerk.


Kommentare können für diesen Artikel nicht mehr erfasst werden.