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In- und Ausland

Fed verbietet Banken vorerst Aktienrückkäufe

Banken

Donnerstag, 25. Juni 2020 - 23:51 Uhr

von Deutsche Presseagentur dpa

dpa Washington. Schlechte Nachrichten für Großbanken in den USA: Wegen der Corona-Krise fallen Gewinnausschüttungen über Aktienrückkäufe und erhöhte Dividenden vorerst aus. Angesichts der Risiken durch die Pandemie will die Fed, dass die Institute ihr Geld zusammenhalten.

Der Hauptsitz der US-Notenbank in Washington. Ihre strikten Auflagen für den Finanzsektor zeigen, wie ernst die Fed die Risiken der Pandemie weiterhin nimmt. Foto: Pablo Martinez Monsivais/AP/dpa

Die US-Notenbank Federal Reserve (Fed) hat den Geldhäusern im Land angesichts der Corona-Krise strikte Auflagen zur Schonung der Kapitalausstattung erteilt.

Aktienrückkäufe und Dividendenerhöhungen sind für die größten Banken mindestens bis Ende des dritten Quartals tabu, wie die Fed mitteilte. Die Maßnahme betrifft auch die Deutsche Bank.

Zwar hätten sich die Institute im jährlichen Stresstest gut geschlagen, teilte die Fed mit. Doch eine Analyse der Belastungen durch die Corona-Pandemie habe Risiken offengelegt. Die Fed werde nun weitere Maßnahmen ergreifen, um die Krisenfestigkeit der Banken intensiver zu prüfen. Soviel ist aber jetzt schon klar: Wegen der Ungewissheit muss das Geld in den nächsten Monaten erstmal zusammengehalten werden.

Bei Anlegern kam die Nachricht nicht gut an, Bankaktien reagierten nachbörslich zunächst mit Kursverlusten. Dabei fielen die Zeugnisse für die Geldhäuser bei der ersten Runde des regulären jährlichen Stresstests durchweg positiv aus. „Das Bankensystem bleibt gut kapitalisiert, sogar unter Annahme der schlimmsten Abwärtsszenarien“, erklärte Fed-Vize Randal Quarles in der Mitteilung.

„Das Bankensystem war in dieser Krise bislang ein Quell der Stärke“, sagte Quarles weiter. Dennoch will die Fed die Geldhäuser wegen schwer einzuschätzenden Folgen der Corona-Pandemie zunächst genau im Blick behalten. Die hohe Unternehmensverschuldung und Kreditausfälle gelten als besonderes Risiko. Die Fed will auf Nummer sicher gehen: Die Banken müssen ihre Kapitalpläne - die auch Dividenden und Aktienrückkäufe betreffen - später in diesem Jahr erneut vorlegen.

Die strikten Auflagen der Notenbank für den Finanzsektor zeigen, wie ernst die Fed die Risiken der Pandemie weiterhin nimmt. Die Corona-Krise hatte die US-Wirtschaft vorübergehend bereits weitgehend lahmgelegt und die Arbeitslosigkeit rapide ansteigen lassen. Ausgestanden ist die Pandemie, obwohl die Lockdown-Maßnahmen vielerorts gelockert wurden, noch nicht. Im Gegenteil: Zuletzt stiegen die Fallzahlen in vielen Bundesstaaten wieder bedenklich an.

Auch für die Deutsche Bank könnten die Vorschriften der Fed Konsequenzen haben. Das kriselnde Institut nimmt mit seiner US-Tochter als eine der großen Auslandsbanken am Stresstest teil - in den vergangenen Jahren war sie dort wiederholt durchgefallen. Anders als bei den US-Rivalen hängen bei den Töchtern ausländischer Geldhäuser zwar nicht die Dividenden und Aktienrückkäufe vom Testergebnis ab, dafür aber die Gewinnausschüttungen an ihre Konzernmütter.

Die US-Notenbank unterzieht die größten Geldhäuser bei dem Stresstest anhand simulierter Krisenszenarien Belastungsproben, um ihre Kapitalpolster zu prüfen. Nach den schlechten Erfahrungen in der letzten großen Finanzkrise soll sichergestellt werden, dass die Kreditvergabe bei einem Finanzmarkt-Crash nicht abrupt ins Stocken gerät und Banken nicht wieder mit Steuergeld gerettet werden müssen.

© dpa-infocom, dpa:200625-99-569142/3

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