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Fleisch und Milch: Greenpeace fordert höhere Mehrwertsteuer

Agrar

Donnerstag, 30. Dezember 2021 - 01:23 Uhr

von Deutsche Presseagentur dpa

dpa Berlin. Um den klimaschädlichen Folgen des Konsums von Fleisch- und Milchprodukten entgegenzuwirken, fordert die Umweltschutzorganisation Greenpeace, die Mehrwertsteuer in diesem Sektor anzupassen.

Ein Preisschild in einem Supermarkt weist neben dem Verkaufspreis auch den „wahren Preis“ aus. Foto: Rolf Vennenbernd/dpa

Fleisch und Milchprodukte sollten nach Ansicht der Umweltschutzorganisation Greenpeace mit höheren Steuern belastet werden. „Die neue Bundesregierung sollte die Mehrwertsteuer für Fleisch und Milchprodukte an den regulären Satz von 19 Prozent anpassen.

Im Gegenzug kann sie die Mehrwertsteuer auf Obst und Gemüse absenken oder ganz streichen“, sagte der Greenpeace-Agrarexperte Matthias Lambrecht der Funke-Mediengruppe. „Damit würden Verbraucherinnen und Verbraucher entlastet und Anreize für umweltfreundlicheren und klimaschonenderen Konsum pflanzlicher Lebensmittel geschaffen.“

Konsum verursacht Umwelt- und Klimaschäden

Zugleich brauchten die landwirtschaftlichen Betriebe eine gezielte Förderung für eine verbesserte Haltung der Tiere, sagte Lambrecht. Dafür sollten über eine Steuer oder Abgabe jene Verbraucher aufkommen, die Fleisch- und Milchprodukte konsumierten.

„Der Konsum von Fleisch- und Milchprodukten in Deutschland verursacht Umwelt- und Klimaschäden in Höhe von rund 6 Milliarden Euro im Jahr. Die wahren Kosten schlagen sich aber im Preis nicht nieder“, so der Greenpeace-Experte. Der Verbrauch tierischer Erzeugnisse werde vielmehr auch noch „mit mehr als 5 Milliarden Euro jährlich gefördert, weil auf diese Produkte nur der ermäßigte Mehrwertsteuersatz von 7 Prozent erhoben wird“.

Es gehe nicht darum, den Menschen vorzuschreiben, was sie essen sollten, sondern schlicht darum, das Verursacherprinzip durchzusetzen, wenn der Markt dabei versage, sagte Lambrecht. Greenpeace stellt sich damit auch hinter Bundeslandwirtschaftsministers Cem Özdemir (Grüne), der am Wochenende in einem Interview Ramschpreise für Lebensmittel kritisiert hatte.

© dpa-infocom, dpa:211230-99-538763/2

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