In- und Ausland

Flüchtlinge auf deutschem Schiff kommen in Malta an Land

Migration

Samstag, 13. April 2019 - 16:31 Uhr

von Deutsche Presseagentur dpa

dpa Rom/Valletta. Die auf einem deutschen Rettungsschiff im Mittelmeer seit Tagen ausharrenden 62 Migranten sollen in Malta an Land gehen. Von dort würden sie nach Deutschland, Frankreich, Portugal und Luxemburg gebracht, teilte die maltesische Regierung mit.

Das Rettungsschiff „Alan Kurdi“ hatte die Menschen am 3. April vor der libyschen Küsten gerettet und fuhr danach auf dem Mittelmeer. Foto: Fabian Heinz/Sea-eye.org/AP

Keiner von ihnen werde in Malta bleiben. Deutschland nimmt nach Angaben des Bundesinnenministeriums vom Samstag bis zu 26 Menschen auf.

Das Rettungsschiff „Alan Kurdi“ von der Organisation Sea-Eye hatte die Menschen am 3. April vor der libyschen Küsten gerettet. Das Schiff bekam dann keine Genehmigung, in einen sicheren Hafen einzufahren, da Italien und Malta auf eine Verteilung der Menschen auf andere EU-Länder pochten. Zwei Frauen wurden aus gesundheitlichen Gründen in Malta an Land gebracht.

Auch jetzt dürfe die „Alan Kurdi“ nicht in Malta einlaufen, teilte die Regierung des rund 350 Kilometer nördlich der libyschen Küste gelegenen Inselstaates mit. Ein maltesischer Diplomat sagte, die Migranten würden von dem Rettungsschiff auf ein maltesisches Schiff umsteigen, das sie dann an Land bringe.

Die deutsche Menschenrechtsorganisation Pro Asyl kritisierte das Verhalten des kleinsten EU-Landes als „unerträglich“. „Es gibt überhaupt keine nachvollziehbare Erklärung, dass Malta die "Alan Kurdi" nicht einlaufen lässt. Malta tritt die Menschenwürde mit Füßen“, sagte Geschäftsführer Günter Burkhardt. Pro Asyl fordere einen Europäischen Verteilungsschlüssel für Angelandete und aus Seenot gerettete Bootsflüchtlinge.


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