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In- und Ausland

Freud und Leid für deutsche Unternehmen bei US-Steuerreform

Steuern

Samstag, 23. Dezember 2017 - 11:01 Uhr

von Deutsche Presseagentur dpa

dpa Frankfurt/Main. Für die einen gibt es durch die Steuerreform in den USA Milliardengewinne, bei anderen deutschen Firmen wiederum gibt es lange Gesichter.

US-Präsident Donald Trump zeigt im Weißen Haus seine Unterschrift auf dem neuen Steuergesetz. Foto: Evan Vucci

Deutsche Unternehmen werden von der Steuerreform von US-Präsident Donald Trump finanziell kräftig durchgeschüttelt. Mehrere börsennotierte Konzerne teilten am Freitagabend mit, was sie sich derzeit durch die Änderungen ausrechnen.

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Trump hatte an diesem Freitag das Gesetz zur Steuerreform unterzeichnet. Kern ist eine massive Senkung der Ertragsteuer für Unternehmen von bisher 35 auf 21 Prozent.

Weil bei den Unternehmen durch die Senkung der Steuersätze die Neubewertung bereits bilanzierter künftiger Steuerverbindlichkeiten und -forderungen nötig wird, hat das Gesetz massive Auswirkungen auf die Gewinne der Unternehmen, die Geschäft in den USA betreiben. Geld fließt dabei allerdings zunächst keines: Bei den Effekten geht es zunächst nur darum, dass bereits erfasste Bilanzposten anders bewertet werden - mal mit mehr, mal mit weniger positivem Ausgang.

Milliardengeschenke im laufenden Jahr rechnen sich die deutschen Autobauer Daimler und BMW dadurch aus. Bei Daimler dürften es rund 1,7 Milliarden Euro Sonderertrag sein, der wegen gegenläufiger Effekte unter dem Strich aber wohl auf eine Milliarde abschmilzt. Bei BMW sind es zwischen 0,95 Milliarden und 1,55 Milliarden Euro mehr Nettogewinn.

Der besonders in den USA aktive Dialysespezialist Fresenius Medical Care kalkuliert mit einem Buchgewinn von 200 Millionen Euro, die Mutter Fresenius mit rund 90 Millionen Euro - von denen aber wiederum ein Teil von der Dialysetochter stammt.

Bei anderen Unternehmen hingegen reißt die Steuerreform Löcher. So bei Heidelberger Druck aus dem SDax: Weil der Druckmaschinenhersteller in der Vergangenheit hohe Verlustvorträge angesammelt hat und er diese nun nicht mehr in bisheriger Höhe geltend machen kann, muss er 25 Millionen Euro abschreiben. Das macht den Heidelbergern die Nettoprognose zunichte. Eigentlich hatten sie mit einem moderaten Anstieg des Nachsteuerergebnisses im Geschäftsjahr 2017/18 (Ende März) gerechnet, nun wird es deutlich zurückgehen vom Vorjahreswert 36 Millionen Euro.

Heideldruck hatte aber bereits gewarnt, dass es bei einer Steuerreform zu negativen Effekten kommen könnte. Außerdem rechnet das Unternehmen auch mit positiven Folgen der Reform: Die bestehende Investitionszurückhaltung dürfte sich nun auflösen und das Geschäft spürbar beleben.

Auch bei Qiagen geht die Steuerreform ins Geld. Im vierten Quartal nimmt das Gendiagnostik- und Biotechunternehmen eine Wertberichtigung auf seine Steuerpositionen von 110 bis 120 Millionen US-Dollar vor, für das kommende Jahr noch einmal 7 Millionen Dollar. Grund sei hauptsächlich die neue US-Steuergesetzgebung.

Für Qiagen ist das kein Pappenstiel: Um Sonderposten und Kosten für den Konzernumbau bereinigt peilt das Unternehmen im laufenden Jahr ein Ergebnis je Aktie von 1,25 bis 1,27 Dollar an. Die Steuerreform kostet dieses Jahr bis zu 52 Cent je Aktie.

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