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In- und Ausland

Freundin des Schützen von Las Vegas: Ich hatte keine Ahnung

Kriminalität

Donnerstag, 5. Oktober 2017 - 07:01 Uhr

von Deutsche Presseagentur dpa

dpa Las Vegas. Die Polizei sucht weiter nach dem Motiv des Todesschützen von Las Vegas und konzentriert sich nun auf die Freundin des Täters. Derweil kommt Präsident Trump in die Stadt, um Trost und Zuspruch zu spenden.

Polizeiabsperrung an einer Straße in Las Vegas. Im Hintergrund das Mandalay Bay Hotel. Foto: Marcio Jose Sanchez

Die Freundin des Todesschützen von Las Vegas hatte nach eigenen Angaben keine Ahnung von den Massaker-Plänen, die zum Tod von 59 Menschen - unter Einschluss des Täters - führten.

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Eine entsprechende Erklärung veröffentlichte die 62-jährige Marilou Danley am Mittwoch über ihren Anwalt Matt Lombard. Kurz zuvor war sie von einem Besuch auf den Philippinen in die USA zurückgekehrt und wurde bei ihrer Ankunft in Los Angeles von Ermittlern der Bundespolizei FBI befragt.

Der in Las Vegas zuständige Bezirkssheriff Joseph Lombardo wollte sich am Abend (Ortszeit) nicht zu Danleys Angaben äußern. Er zeigte sich aber überzeugt, dass der Todesschütze Stephen Paddock irgendwann Hilfe gehabt haben müsse. Er verwies unter anderem darauf, dass der 64-Jährige im Laufe der vergangenen Jahre ein riesiges Waffenarsenal angelegt und die Tat über längere Zeit akribisch vorbereitet habe.

Paddock hatte am Sonntagabend (Ortszeit) in Las Vegas von seinem Zimmer im 32. Stock eines Hotels aus das Feuer auf Konzertbesucher eröffnet. Er tötete 58 Menschen und später auch sich selbst. Die Zahl der Verletzten bezifferte Lombardo am Mittwochabend mit 489, nachdem zuvor von mehr als 500 die Rede gewesen war.

US-Präsident Donald Trump traf sich am Mittwoch in Las Vegas mit Überlebenden des Massakers sowie Ersthelfern und Polizisten. Dabei würdigte er den Mut von Opfern, die trotz eigener Verletzungen zuerst anderen beigestanden hätten, den Einsatz der Polizei und anderer ziviler Helfer.

Amerika sei eine Nation in Trauer, sagt er. Sie teile das Leid aller, die ihnen nahe stehende Menschen verloren hätten. „Wir stehen an eurer Seite, um zu helfen, euren Schmerz zu tragen“, sagte der Präsident. „Ihr seid nicht allein.“ Aber das Böse, das sich in dieser Tat offenbart habe, dürfe nicht triumphieren, so Trump, „das Gute ist unser Leuchtturm“. Den Todesschützen bezeichnete er als eine „verrückte kranke Person“.

Danley beschrieb ihren Freund dagegen als „fürsorglichen“ und „gütigen“ Menschen, den sie geliebt habe. Sie sei über das, was er angerichtet habe, völlig am Boden zerstört. Paddock habe niemals etwas gesagt oder getan, was sie als Warnzeichen hätte verstehen können, so Danley weiter.

Zu ihrem Aufenthalt im Ausland während des Massenmordes sagte sie, Paddock habe ihr ein Flugticket zum Besuch ihrer Familie geschenkt. Später habe er ihr Geld überwiesen, damit sie sich ein Haus kaufen könne. Sie sei dankbar gewesen, aber zugleich besorgt, dass ihr Freund vorhaben könnte, sich von ihr zu trennen.

Wie Danley weiter erklärte, kehrte sie freiwillig in die USA zurück. Die Polizei in Las Vegas hat sie als eine „Person von Interesse“ eingestuft - eine Bezeichnung für einen Menschen, von dem sie sich wichtige Informationen verspricht, der aber zum gegenwärtigen Zeitpunkt nicht zwangsläufig als Tatverdächtiger gilt.

Während eines Treffens mit Rettungskräften hält US-Präsident Donald Trump eine Baseball-Mütze der Polizei von Las Vegas. Foto: Evan Vucci

Beamte des FBI am Ort untersuchen den Ort des Massakers. Foto: Gregory Bull

Ermittler im Zimmer des Hotels, von aus der Schütze auf die Besucher des Musikfestivals gefeuert hatte. Foto: Gregory Bull

US-Präsident Donald Trump und seine Frau Melania Trump bei einem Besuch des University Medical Center in Las Vegas. Foto: Evan Vucci

Mit Blumen und Kerzen wird in Las Vegasan die Opfer des Massakers erinnert. Foto: Gene Blevins


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