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Gedenkgottesdienst für Opfer von Gewalttat im Oberlinhaus

Kriminalität

Donnerstag, 6. Mai 2021 - 18:47 Uhr

von Deutsche Presseagentur dpa

dpa Potsdam. Der Schock sitzt noch immer tief. Eine Mitarbeiterin soll vier Bewohner der Behinderteneinrichtung vorsätzlich getötet haben. In der Nikolaikirche in Potsdam wird den Opfern gedacht.

Dietmar Woidke (SPD), Ministerpräsident von Brandenburg, geht während eines Gedenkgottesdienstes in der Nikolaikirche für die getöteten Bewohner des Oberlinhauses nach seiner Rede an den vier weißen Rollstühlen im Altarraum vorbei zu seinem Platz. Foto: Soeren Stache/dpa-Zentralbild/dpa

In der Potsdamer Nikolaikirche hat am Donnerstagabend ein Gedenkgottesdienst für die Opfer der Gewalttat in einem Wohnheim für Menschen mit Behinderungen begonnen.

„Wir trauern gemeinsam, Menschen aus der Oberlinhaus und ganz Potsdam, Brandenburgerinnen und Brandenburger und weit darüber hinaus“, sagte der Theologische Vorstand der diakonischen Einrichtung Oberlinhaus, Matthias Fichtmüller, zur Eröffnung. Fichtmüller zitierte aus dem Neuen Testament die Offenbarung des Johannes: „Gott wird abwischen alle Tränen von ihren Augen und der Tod wird nicht mehr sein.“

Auf der Empore vor dem Altar waren zum Gedenken an die vier getöteten Bewohner vier weiße Rollstühle aufgestellt. Auf einer Kanzel übersetzte eine Gebärden-Dolmetscherin die Ansprachen.

Zu dem Gottesdienst hatten die Stadt und die diakonische Einrichtung Oberlinhaus neben Angehörigen der Opfer und Bewohnern des Heims auch Potsdamer Bürger nach vorheriger Anmeldung eingeladen. Insgesamt hatten unter Corona-Bedingungen aber nur 140 Menschen in dem Gotteshaus Platz.

Der Gottesdienst wurde daher per Livestream übertragen. Auf dem Alten Markt vor der Kirche lag ein Kondolenzbuch aus. Seit Donnerstag ist auch ein digitales Kondolenzbuch freigeschaltet.

Neben Fichtmüller wollten auch Ministerpräsident Dietmar Woidke, Oberbürgermeister Mike Schubert (SPD) und der Bundesbeauftragte für Belange von Menschen mit Behinderungen, Jürgen Dusel, bei dem Gedenken sprechen.

Eine mittlerweile 52-jährige Mitarbeiterin des Wohnheims soll am vergangenen Mittwoch die vier Bewohner der Behinderteneinrichtung vorsätzlich getötet und eine weitere Frau schwer verletzt haben. Sie wurde nach der Tat festgenommen und einen Tag später vorläufig in die Forensik der Psychiatrie in Brandenburg/Havel gebracht.

© dpa-infocom, dpa:210506-99-496922/2

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