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Generalinspekteur will robustere Technik für die Bundeswehr

Verteidigung

Sonntag, 4. Oktober 2020 - 09:01 Uhr

von Deutsche Presseagentur dpa

dpa Berlin. Deutschland ranghöchster Soldat zweifelt am Einsatz immer komplexerer elektronischer Systeme für den militärischen Einsatz. „Die Bundeswehr braucht robustes Material. Unsere Fahrzeuge müssen verlässlich und einsatzbereit sein“, fordert Generalinspekteur Eberhard Zorn.

General Eberhard Zorn, Generalinspekteur der Bundeswehr: „Einfache Bedienung und technischer Fortschritt müssen miteinander harmonieren. Unsere Autos müssen noch fahren, selbst wenn sie schon mal angeschossen wurden.“. Foto: Jörg Carstensen/dpa

Der Generalinspekteur der Bundeswehr, Eberhard Zorn, stellt das mit immer mehr Hochtechnologie ausgestattete Militärgerät der Bundeswehr auf den Prüfstand.

Deutschlands ranghöchster Soldat hat nach Pannen der letzten Jahre und unerfüllten Zusagen der Hersteller Zweifel, ob der Einsatz immer komplexerer elektronischer Systeme der richtige Weg für jede Aufgabe ist, wie er der Deutschen Presse-Agentur in Berlin erklärt hat.

„Wir werden künftige Großprojekte auf ihre notwendige Ausstattung und Beschaffenheit genau unter die Lupe nehmen. Wir nennen das Forderungscontrolling: Sind wirklich alle Anforderungen an das System notwendig?“, sagte der General. Vor einigen Tagen habe es dazu das erste Treffen gegeben.

„Die Bundeswehr braucht robustes Material. Militärisches Handeln ist nicht auf Ausbildung in einem Feldlager beschränkt, sondern umfasst Gefechtssituationen und kriegerische Auseinandersetzungen. Unsere Fahrzeuge müssen verlässlich und einsatzbereit sein“, sagte Zorn. „Einfache Bedienung und technischer Fortschritt müssen miteinander harmonieren. Unsere Autos müssen noch fahren, selbst wenn sie schon mal angeschossen wurden.“

Erfahrungen beim Schützenpanzer Puma, den Hubschraubern Tiger und NH-90 sowie dem Transportflugzeug A400M haben nach seinen Worten gezeigt, dass der Rückgriff auf zu viel Technologie und Hightech auch zu Komplikationen führen kann. Die unterschiedlichen elektronischen Systeme seien komplex und schwer miteinander zu synchronisieren.

„In den Erprobungsumgebungen neuer Waffensysteme funktioniert alles einwandfrei. Tausende Satelliten geben uns alle Informationen, die wir brauchen“, sagt Zorn. „Ich stelle mir aber die Frage, was passiert, wenn durch eine gezielte Cyberattacke Satellitensignale gestört bzw. unsere Waffensysteme angegriffen werden: Sind sie robust genug und dann weiterhin einsatzbereit?“

© dpa-infocom, dpa:201004-99-816547/2

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