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In- und Ausland

Giftanschlag auf Ex-Spion: Sicherheitskabinett tagt

Kriminalität

Samstag, 10. März 2018 - 14:41 Uhr

von Deutsche Presseagentur dpa

dpa Salisbury/London. Die Ermittlungen im Fall des vergifteten russichen Ex-Doppelagenten Skripal laufen auf Hochtouren. Noch sind viele Fragen offen. Nach einer Sitzung des Sicherheitskabinetts werden neue Details erwartet.

Ermittler auf dem London Road Friedhof nahe dem Gedenkstein von A. Skripal, dem Sohn des EX-Spions S. Skripal. Auch Skripals Ehefrau Ludmilla liegt hier begraben. Foto: Pa/PA Wire

Im Fall des vergifteten russischen Doppelagenten Sergej Skripal tritt an diesem Samstag das britische Sicherheitskabinett (Cobra) zusammen.

Innenministerin Amber Rudd solle bei der Sitzung am Nachmittag in London über den neuesten Stand der Ermittlungen informiert werden, teilte der Regierungssitz Downing Street mit.

Der 66-jährige Skripal und seine 33-jährige Tochter Yulia wurden am vergangenen Wochenende mit Vergiftungserscheinungen in der englischen Kleinstadt Salisbury aufgefunden. Sie wurden der Polizei zufolge Opfer eines Attentats mit Nervengift und befinden sich seitdem in kritischem Zustand. Auch ein Polizist wird mit schweren Symptomen behandelt. Um was es sich genau handelt, wurde bislang nicht bekanntgegeben. Berichten zufolge sollen die Ermittler das Gift aber identifiziert haben, es soll sich um einen sehr seltenen Stoff handeln.

Die Polizei hatte am Freitag die Unterstützung von Spezialeinheiten des Militärs angefordert und die Ermittlungen ausgeweitet. Neben dem Fundort der Verletzten und Restaurants in der Innenstadt von Salisbury kamen auch das Wohnhaus Skripals und ein nahegelegener Friedhof in den Fokus der Ermittler. Auf Fotos war zu sehen, wie dort Beamte in gelben Schutzanzügen Beweismittel sicherten. Auf dem Friedhof sollen Medienberichten zufolge Skripals Ehefrau und Sohn begraben liegen.

Unklar ist bislang, wie die Opfer mit dem Nervengift in Kontakt kamen. Medien berichteten unter Berufung auf Ermittlerkreise, die Quelle des Gifts könne sich im Haus Skripals befunden haben.

Der Fall erinnert an den Mord an dem Ex-Agenten und Kremlkritiker Alexander Litwinenko, der 2006 in London mit radioaktivem Polonium vergiftet wurde. Die Spuren der Täter führten damals nach Moskau. Das hat zu Spekulationen geführt, der Kreml könnte erneut seine Hände im Spiel haben. Der britische Außenminister Boris Johnson kündigte eine „angemessene und robuste“ Reaktion an, sollte sich herausstellen, dass Russland hinter der Tat steckt. Moskau streitet jede Beteiligung an dem Attentat ab und klagt über antirussische Propaganda.

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