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Habeck: Lange nicht für Probleme im Osten interessiert

Parteien

Samstag, 13. April 2019 - 09:11 Uhr

von Deutsche Presseagentur dpa

dpa Berlin. Im Herbst werden in Sachsen, Brandenburg und Thüringen neue Landesparlamente gewählt - für die Grünen keine Selbstläufer. Mit Blick auf die besondere Lage im Osten kommen aus der Spitzenebene der Partei nun sehr selbstkritische Töne.

Robert Habeck, hier bei einer Pressekonferenz in Berlin, ist seit Anfang 2018 einer der Bundesvorsitzenden von Bündnis 90/Die Grünen. Foto: Bernd von Jutrczenka

Der Grünen-Vorsitzende Robert Habeck hat ein früheres Desinteresse am Zusammenwachsen Deutschlands und besonderen Problemen im Osten eingeräumt.

„Für mich muss ich mit großer Selbstkritik zugeben: Als Westdeutscher habe ich mich viele Jahre nicht für das Zusammenwachsen Deutschlands und die besonderen Probleme im Osten interessiert“, sagte Habeck der „Freien Presse“. Er fügte an: „Begriffe wie Heimat und Deutschland waren für Menschen mit meiner Sozialisation und auch für eine linksprogressive Partei wie die Grünen lange Zeit schwierig.“

Zudem habe es „eine stark konsumkritische Haltung“ in seiner Partei gegeben, „Lebenszufriedenheit mit materiellem Wohlstand gleichzusetzen, war lange verpönt“. Viele Menschen im Osten hätten diese Haltung der Grünen nicht nachvollziehen können. Dies sei mit ein Grund für die jahrelange strukturellen Schwäche seiner Partei in Ostdeutschland. In Sachsen, Brandenburg und Thüringen werden im Herbst neue Landtage gewählt.


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