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Herzstillstand in der Kita: Prozess gegen Erzieherin beginnt

Kriminalität

Dienstag, 17. November 2020 - 05:01 Uhr

von Deutsche Presseagentur dpa

dpa Mönchengladbach. Der Fall hatte im April bundesweit Aufsehen erregt: Die kleine Greta war in einer Kita am Niederrhein erstickt worden - mutmaßlich von einer der Erzieherinnen. Nun kommt die 25-Jährige vor Gericht.

Gedenken an die dreijährige Greta: Das Mädchen ist erstickt worden. Foto: Marcel Kusch/dpa

Vor dem Landgericht Mönchengladbach beginnt heute der Prozess im Mordfall der drei Jahre alten Greta. Eine Erzieherin ist angeklagt, dem Mädchen im April dieses Jahres in einer Kita in Viersen am Niederrhein den Brustkorb bis zum Atemstillstand zusammengedrückt zu haben.

Das Kind starb später im Krankenhaus. Der 25 Jahre alten Deutschen wird die Ermordung des Kindes sowie die Misshandlung von Schutzbefohlenen in neun weiteren Fällen vorgeworfen. Denn schon in anderen Kitas in Krefeld, Kempen und Tönisvorst soll sie Kindern den Brustkorb fest zusammengepresst und sie damit in Lebensgefahr gebracht haben. Diese Fälle waren erst durch die Ermittlungen nach dem Tod von Greta bekannt geworden.

Das Motiv für die Taten ist unklar. Nach früheren Angaben der Staatsanwaltschaft hat sich die Angeklagte bislang nicht zu den Vorwürfen geäußert. Vorgesetzte und Kollegen hatten sie laut Anklage wiederholt als ungeeignet für den Beruf der Erzieherin beschrieben. Sie habe sich insbesondere den Kindern gegenüber emotions- und teilnahmslos verhalten. Dennoch arbeitete sie weiter in dem Beruf.

Das Landgericht will in dem Verfahren mehr als 20 Zeugen hören. Bis Anfang März sind insgesamt 19 Verhandlungstage geplant. Nebenkläger sind die Mutter von Greta und zwei weitere mutmaßlich misshandelte Kinder aus Krefeld und Kempen.

Auch gegen die Justizbehörden waren im Zusammenhang mit dem Fall Vorwürfe erhoben worden. Denn die Erzieherin war 2019, als sie längst als Kindergärtnerin arbeitete, wegen Vortäuschens einer Straftat an ihrem Heimatort Geldern aufgefallen. Eine Ärztin stellte fest, dass sie dringend psychologische Hilfe benötige, was die Erzieherin selbst auch bestätigte. Aber die Aufsichtsbehörde, das Landesjugendamt, wurde von der Staatsanwaltschaft nicht über die psychische Verfassung der Frau informiert, so dass sie weiter mit kleinen Kindern arbeitete.

Dass die Ermittlungen überhaupt in Gang kamen, geht auf eine Anzeige der Kinderklinik zurück, in der Greta starb. Die Mediziner fanden keine Erklärung für den plötzlichen Herzstillstand und wurden misstrauisch, woraufhin die Leiche obduziert wurde. So war der Fall ins Rollen gekommen.

© dpa-infocom, dpa:201117-99-357329/2

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