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IG Metall mit voller Streikkasse und weniger Mitgliedern

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Dienstag, 16. Januar 2018 - 15:01 Uhr

von Deutsche Presseagentur dpa

dpa Frankfurt/Main. Mit einer vollen Streikkasse geht die IG Metall in die heiße Phase des Tarifkonflikts in der deutschen Metall- und Elektroindustrie.

Laut IG-Metall-Hauptkassierer Jürgen Kerner ist die Streikkasse gut gefüllt. Foto: Bernd von Jutrczenka

Hauptkassierer Jürgen Kerner präsentierte für das vergangene Jahr einen erneuten Rekord von Beitragseinnahmen in Höhe von 561 Millionen Euro. „Unsere Streikkasse ist gut gefüllt“, sagte der Gewerkschafter in Frankfurt.

Der Gewerkschaftschef Jörg Hofmann begrüßte erste Bewegungen der Arbeitgeber bei den Verhandlungen in Baden-Württemberg in der vergangenen Woche. Er wisse aber nicht, ob das reiche. Der Vorstand der Gewerkschaft werde am 26. Januar entscheiden, ob eine weitere Eskalation unvermeidbar sei. „Wir sind auf alles vorbereitet - auch auf bundesweite ganztägige Warnstreiks oder eine Urabstimmung und damit unbefristete Flächenstreiks in einzelnen Regionen.“

Die Zahl der Mitglieder ist nach sechs Jahren Wachstum in der Jahresfrist um knapp 11 400 auf 2,263 Millionen gesunken. Gleichzeitig stieg aber die Zahl der aktiv beschäftigten Mitglieder in den Betrieben.

Für die rund 3,9 Millionen Beschäftigten in den deutschen Kern-Industrien Metall und Elektro fordert die Gewerkschaft neben sechs Prozent mehr Geld die Option, die Arbeitszeit befristet auf 28 Wochenstunden senken zu können. Schichtarbeiter, Eltern kleiner Kinder sowie pflegende Familienangehörige sollen dafür einen Teillohnausgleich erhalten. Die Arbeitgeber lehnen insbesondere die Ausgleichszahlungen vehement ab.


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