In- und Ausland

IWF gewährt Entwicklungsländern Corona-Hilfen

IWF

Dienstag, 14. April 2020 - 11:40 Uhr

von Deutsche Presseagentur dpa

dpa Washington. Der IWF greift armen Ländern im Kampf gegen die Corona-Pandemie unter die Arme. Zwar verzeichnen viele von ihnen bislang vergleichsweise wenige bestätigte Infektionsfälle - doch die Spielräume zur Abfederung wirtschaftlicher Folgen der Corona-Krise sind gering.

Hilfslieferung aus China nach Ghana: Die Wirtschaft des afrikanischen Landes leidet stark unter den Folgen der globalen Corona-Pandemie. Foto: Xu Zheng/XinHua/dpa

Der Internationale Währungsfonds (IWF) unterstützt mehrere Staaten mit Schuldenerleichterungen und Notkrediten, um die wirtschaftlichen Folgen der Coronavirus-Epidemie abzufedern.

Die ärmsten und bedürftigsten Länder sollen auf diese Weise größere Teile ihrer knappen finanziellen Ressourcen für lebenswichtige medizinische und andere Nothilfemaßnahmen aufwenden können, teilte IWF-Direktorin Kristalina Georgiewa mit.

So sollen 25 Entwicklungsländer Geld aus dem Katastrophenfonds CCRT erhalten, hieß es in einer Pressemitteilung der Organisation. Der IWF-Vorstand habe die Notkredite für eine Reihe afrikanischer Staaten sowie unter anderem für Afghanistan, Haiti und den Jemen bewilligt. Im Detail gehe es um Schuldendiensterleichterungen durch Zuschüsse zur Deckung der Schuldenverpflichtungen für zunächst sechs Monate.

Der CCRT-Fonds besteht seit 2015. Gelder daraus kamen bislang Ländern zugute, die von Ebola betroffen waren. Sein Vorgänger wurde genutzt, um die IWF-Schulden Haitis nach dem Erdbeben dort im Jahr 2010 zu tilgen. Derzeit umfasse der CCRT-Fonds 500 Millionen Dollar (rund 457 Millionen Euro). Georgiewa rief zu einer Aufstockung des Fonds auf.

Darüber hinaus gab der IWF bekannt, er unterstütze die westafrikanischen Staaten Ghana und Senegal im Kampf gegen die Corona-Pandemie mit Notkrediten. Ghana soll demnach einen Kredit von einer Milliarde US-Dollar (rund 900 Millionen Euro) bekommen, Senegal etwa 440 Millionen Dollar. In beiden Staaten leide die Wirtschaft unter den Folgen der globalen Corona-Pandemie, weswegen auch die Regierungen finanziell unter Druck stünden und zusätzliche Liquidität bräuchten, erklärte der IWF.

Dutzende Entwicklungs- und Schwellenländer haben wegen der Corona-Krise bereits beim IWF Notkredite beantragt, darunter auch das ölreiche Nigeria. In Nordafrika hat Tunesien bereits einen Kredit von der in Washington ansässigen Organisation erhalten.

In den betroffenen Ländern gibt es bislang - im Vergleich zu Europa oder den USA - nur wenige bestätigte Infektionen mit dem neuartigen Coronavirus Sars-CoV-2. Die Regierungen haben allerdings weniger Spielraum, um die wirtschaftlichen Folgen der Pandemie zu stemmen. Seit Beginn der Krise haben sich viele Investoren zudem aus Schwellenländern zurückgezogen, was die Kreditaufnahme erschwert.

Der IWF veröffentlicht am Dienstag eine neue Konjunkturprognose. IWF-Chefin Georgiewa zufolge wird die Weltwirtschaft in diesem Jahr wegen der Corona-Krise eine schwere Rezession erleben.

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