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In- und Ausland

Integrationsbeauftragte sieht Kopftuchverbot kritisch

Parteien

Dienstag, 10. April 2018 - 09:02 Uhr

von Deutsche Presseagentur dpa

dpa Berlin. NRW hatte angekündigt, ein Kopftuchverbot für junge Mädchen unter 14 Jahren zu prüfen. Das sieht die Integrationsbeauftragte der Bundesregierung kritisch. Ein Verbot löse das Problem nicht.

Ein Mädchen mit Kopftuch steht vor einem Klassenzimmer. Foto: Wolfram Kastl/Illustration

Die Integrationsbeauftragte der Bundesregierung, Annette Widmann-Mauz, hat sich skeptisch über das in Nordrhein-Westfalen erwogene Kopftuchverbot für muslimische Mädchen unter 14 Jahren geäußert.

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Sie könne die Motivation dafür zwar gut nachvollziehen. Bei einer solchen Maßnahme stellten sich aber schwierige verfassungsrechtliche Abwägungsfragen.

„Ein Verbot löst auch noch nicht das Problem, das dahinter steht“, sagte die CDU-Politikerin der „Welt“ (Dienstag). „Wichtig ist doch, dass wir uns fragen, wie wir an diese schwierigen Fälle rankommen: Wir müssen die Eltern erreichen und die Mädchen stark machen, eine selbstbestimmte Entscheidung zu treffen.“

Widmann-Mauz kündigte erneut die Gründung einer Fachkommission an, die Kriterien und Indikatoren für gelingende Integration erarbeiten soll. Dazu gehörten die ausreichende Versorgung mit Kitas, Schulen, Wohnraum und Zugang zum Arbeitsmarkt. „Es geht aber auch um politische Bildung und um die Frage, wie Werte unseres Zusammenlebens - etwa die Gleichstellung - in die Familien hinein vermittelt werden können“, sagte die Integrationsbeauftragte.

Das NRW-Integrationsministerium hatte zuvor angekündigt, ein Kopftuchverbot für junge Mädchen zu prüfen. In Deutschland tritt mit dem 14. Geburtstag die Religionsmündigkeit ein. Vorher könnten Mädchen nicht selbstbestimmt entscheiden, ob sie das Kopftuch tragen wollen, argumentierte Landesminister Joachim Stamp (FDP).

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