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Israels Premier Bennett trifft Scholz nach Besuch bei Putin

Konflikte

Sonntag, 6. März 2022 - 02:24 Uhr

von Deutsche Presseagentur dpa

dpa Berlin. Im Anschluss heißt es dünn: Ziel bleibe, den Krieg „so schnell wie irgend möglich“ zu beenden. Israel ist als Vermittler im Gespräch - Bennetts Kreml-Besuch soll drei Stunden gedauert haben.

Gemeinsames Ziel von Kanzler Olaf Scholz und Israles Premier Naftali Bennett: ein möglichst schnelles Kriegsende in der Ukraine. Foto: Jesco Denzel/Bundespresseamt/dpa

Nach einem Besuch in Moskau hat sich Israels Ministerpräsident Naftali Bennett in Berlin mit Bundeskanzler Olaf Scholz (SPD) über den Ukraine-Konflikt beraten.

„Im Mittelpunkt des 90-minütigen Gesprächs standen die Ergebnisse der Unterredung, die der Ministerpräsident am Samstag mit dem russischen Präsidenten Putin in Moskau gehabt hatte“, teilt Regierungssprecher Steffen Hebestreit im Anschluss mit. Man wolle in der Sache weiter in engem Kontakt bleiben.

Das gemeinsame Ziel bleibe es, den Krieg in der Ukraine „so schnell wie irgend möglich“ zu beenden, hieß es in der Mitteilung weiter. „Daran werde man mit aller Kraft arbeiten.“

Drei Stunden mit Putin

Bennett hatte sich zuvor am Samstag in Moskau mit Kremlchef Putin getroffen, um über den Ukraine-Krieg zu sprechen. Aus Regierungskreisen in Jerusalem hieß es, das Gespräch zwischen Putin und Bennet in der russischen Hauptstadt habe drei Stunden gedauert. Bennett habe sich mit den USA, Deutschland und Frankreich abgestimmt und sei „in ständiger Kommunikation mit der Ukraine“.

Nach Angaben aus Jerusalem telefonierte Bennett nach dem Treffen mit Putin auch mit Wolodymyr Selenskyj. In der Nacht zum Sonntag gab es zudem ein Telefongespräch zwischen Selenskyj und US-Präsident Joe Biden.

Israel als Vermittler im Gespräch

Im Ukraine-Krieg ist Israel als Vermittler im Gespräch. Medienberichten zufolge soll Selenskyj Bennett vor einigen Tagen gebeten haben, in Israel Verhandlungen zwischen Russland und der Ukraine auszurichten. Israel hat gute Beziehungen zu beiden Ländern, befindet sich daher aber auch in einem Zwiespalt. Es will seinen wichtigsten Bündnispartner, die USA, nicht verärgern, ist aber gleichzeitig aus strategischen Gründen vom Wohlwollen Moskaus abhängig, unter anderem in den Konflikten mit Syrien und dem Iran.

Nach Angaben von Bennetts Büro war bei dem Treffen mit Putin auch der israelische Wohnungsbauminister Seew Elkin zugegen, der bei der Übersetzung helfe. Elkin stammt aus der ukrainischen Stadt Charkiw und gilt als Putin-Kenner. Er hatte auch stets bei den Treffen von Bennetts Amtsvorgänger Benjamin Netanjahu mit Putin teilgenommen.

© dpa-infocom, dpa:220306-99-402918/2

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