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In- und Ausland

Italien will Migranten von „Open Arms“ nach Spanien bringen

Migration

Dienstag, 20. August 2019 - 08:31 Uhr

von Deutsche Presseagentur dpa

dpa Rom. Die italienische Regierung will die Migranten vom Rettungsschiff der spanischen Hilfsorganisation Proactiva Open Arms mit der Küstenwache nach Spanien zu bringen.

Ein Schiff der italienischen Guardia di Finanza neben dem Rettungsschiff „Open Arms“ vor der Küste Lampedusas. Foto: Salvatore Cavalli/AP

Im Gegenzug müsse sich die Regierung in Madrid allerdings zuerst bereiterklären, dem Schiff „Open Arms“ sofort die spanische Flagge zu entziehen, erklärte Verkehrsminister Danilo Toninelli am Montagabend. „Wir sind bereit, mit unserer Küstenwache alle Migranten, die an Bord der "Open Arms" sind, in den spanischen Hafen zu bringen, der uns zugewiesen wird.“

Die Regierung in Madrid hatte dem Schiff, das seit knapp 20 Tagen auf dem Mittelmeer blockiert ist, den nächstgelegenen spanischen Hafen angeboten. Das wären die Baleareninseln Menorca und Mallorca. Allerdings hielt die Hilfsorganisation die tagelange Fahrt quer über das Mittelmeer für nicht machbar. „Wir können keine Reise von 600 Meilen (3 Tagen) antreten in dem Zustand, in dem wir uns befinden“, twitterte der Chef Oscar Camps. Psychologen hätten nicht nur davon abgeraten, sondern seien dagegen.

Derweil wurden nach Angaben der Organisation neun weitere Menschen mit gesundheitlichen Problemen von Bord gebracht. Damit wären noch 98 Migranten an Bord, die Proactiva Open Arms auf dem Mittelmeer gerettet hatte.

Die „Open Arms“ befindet sich seit Tagen in unmittelbarer Nähe der italienischen Insel Lampedusa, darf wegen der harten Haltung des rechten Innenministers Matteo Salvini die Menschen aber nicht an Land bringen.

Die „Open Arms“ wartet vor der Küste Lampedusas auf eine Lösung für die 107 Migranten an Bord. Foto: Salvatore Cavalli/AP

Italiens Innenminister Matteo Salvini verwehrt der „Open Arms“, in Lampedusa anzulegen und die Flüchtlinge an Land zu bringen. Foto: Cesare Abbate/ANSA

Eine Mitarbeiterin des italienischen Gesundheitsministeriums fotografiert die Zustände an Deck des Rettungsschiffes „Open Arms“. Foto: Francisco Gentico/AP

Am Wochenende hatte der italienische Innenminister Salvini 27 Minderjährigen erlaubt, die „Open Arms“ zu verlassen. Foto: Friedrich Bungert/SeaWatch

Flüchtlinge werden nördlich der libyschen Stadt Sabratha aus einem Schlauchboot gerettet. Ihnen droht oft der Rücktransport in das Bürgerkriegsland. Foto: Emilio Morenatti/AP

Angeschwemmte Rettungswesten und Reste von Schlauchbooten. Immer wieder kommt es im Mittelmeer zu Flüchtlingstragödien. Foto: Filip Singer

Flüchtlinge schwimmen mit Rettungswesten im Meer, bevor sie vom Rettungsschiff „Ocean Viking“ aufgenommen werden. Foto: Hannah Wallace Bowman/MSF/Sos Méditerranée

Zurzeit harrt die „Ocean Viking“ mit 356 Migranten an Bord zwischen Malta und Italien aus. Foto: Hannah Wallace Bowman/MSF/Sos Méditerranée

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