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Jeder Zweite zweifelt an Nahles als neuer SPD-Vorsitzenden

Parteien

Freitag, 20. April 2018 - 07:31 Uhr

von Deutsche Presseagentur dpa

dpa Köln. Zwei Tage führt Olaf Scholz die SPD noch kommissarisch. Nach dem Willen der Parteispitze soll ihn dann Andrea Nahles ablösen. Die gibt sich selbstbewusst. Einer Umfrage zufolge zweifeln aber viele an ihr als Hoffnungsträgerin der gebeutelten Partei.

Nahles hat einen großen Erneuerungsprozess angekündigt. Foto: Andreas Arnold

Kurz vor der Wahl zum SPD-Vorsitz sieht nach einer Umfrage fast jeder zweite Deutsche die designierte Parteichefin Andrea Nahles nicht als Hoffnungsträgerin.

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47 Prozent der Befragten sind skeptisch, ob Nahles als neue Vorsitzende geeignet wäre, die SPD zu einen und nach vorn zu bringen, wie der neue „Deutschlandtrend“ von Infratest dimap für das ARD-„Morgenmagazin“ zeigt. Jeder Dritte traut ihr demnach zu, die Sozialdemokraten wieder zu stärken.

Die SPD wählt an diesem Sonntag bei einem Sonderparteitag in Wiesbaden eine neue Vorsitzende. Neben Nahles kandidiert unter anderem die Flensburger Oberbürgermeisterin Simone Lange. Die 47 Jahre alte Nahles gilt als klare Favoritin.

Die Partei war bei der Bundestagswahl 2017 unter ihrem vormaligen Parteichef Martin Schulz auf ein Tief von 20,5 Prozent der Stimmen gesackt. Der Parteitag soll ein Aufbruch zur Erneuerung sein. Die SPD hat derzeit 457.700 Mitglieder. Durch die harten Debatten um die große Koalition gibt es erhebliche Differenzen.

Nahles will durch neue Akzente und ein klares Profil die Sozialdemokraten wieder aus ihrem tiefen Tal herausführen. „Das ist für mich eine ehrlich empfundene Ehre“, sagte Nahles der Deutschen Presse-Agentur mit Blick auf die Aussicht, die erste Frau an der Spitze in knapp 155 Jahren Parteigeschichte zu werden. „Ich glaube, ich kann das, und ich kann das auch im Team mit anderen zu was Gutem machen.“

Es könne schon passieren, dass sie morgens aufwache und sich frage: „Oh, haste dir das auch gut überlegt?“, sagte Nahles der dpa. Gerade in Ostdeutschland gebe es viel zu tun - hier liegt die Partei in vielen Regionen weit hinter der AfD. Sichere Arbeit, gute Bezahlung und vernünftige Löhne stünden ganz oben auf der Agenda. Es gehe um neues Vertrauen, mehr Bürgerdialog, um neue Konzepte angesichts der Umwälzungen durch die Digitalisierung in der Arbeitswelt. Die SPD müsse zeigen: „Wir sind die Kraft der Zukunft und des Fortschritts.“

Laut „Deutschlandtrend“ kommt die SPD aktuell auf 17 und die Union auf 32 Prozent. Im Vergleich zur Erhebung von Anfang April verlieren CDU/CSU und SPD jeweils einen Prozentpunkt. Für die AfD entschieden sich 15 Prozent der Befragten (+1), für die FDP 10 Prozent (+1). Die Grünen würden 12 Prozent der Bürger wählen, die Linke 10 Prozent. Die beiden Werte blieben unverändert.

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