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Kipping: „Ich wollte kein Kuschel-Ergebnis“

Parteien

Sonntag, 10. Juni 2018 - 08:51 Uhr

von Von Christiane Jacke und Basil Wegener, dpa

dpa Leipzig. Linke-Chefin Kipping zeigt sich trotz Dämpfer selbstbewusst. Wie kommen die rivalisierenden Chefinnen von Partei und Fraktion künftig zurecht? Zum Abschluss des Parteitags bekommt erstmal Sahra Wagenknecht die Bühne.

Katja Kipping beim Bundesparteitag nach ihrer Wiederwahl. Foto: Britta Pedersen

Die Linke-Chefin Katja Kipping sieht sich ungeachtet des Dämpfers bei ihrer Wiederwahl in ihrem Kurs bestätigt. „Ich wollte kein Kuschel-Ergebnis, sondern habe sehr klar für meine politischen Überzeugungen gekämpft“, sagte Kipping der Deutsche Presse-Agentur in Leipzig.

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Kipping hatte am Samstag auf dem Parteitag der Linken in Leipzig mit 64,5 Prozent der Stimmen ihr bislang schlechtestes Ergebnis eingefahren. Vor zwei Jahren bekam sie 74 Prozent. Für den Co-Vorsitzenden Bernd Riexinger stimmten 73,8 Prozent. Gegenkandidaten hatten die beiden nicht. Der Wahl war ein erbitterter Richtungs- und Machtstreit vor allem zwischen Kipping und der Fraktionsvorsitzenden Sahra Wagenknecht vorausgegangen.

„Die Linke bleibt die Partei der Solidarität, der offenen Grenzen und der sozialen Gerechtigkeit, das hat der Parteitag mit breiter Mehrheit bekräftigt“, sagte Kipping. „Ich gehe davon aus, dass wir jetzt entschlossen die Arbeit aufnehmen und gemeinsam die entscheidende Kraft links der CDU werden“, meinte sie. „Gemeinsam, mit all unseren verschiedenen Stärken, können wir unsere Partei viel stärker machen.“

Über Monate hatten Kipping und Wagenknecht offen darüber gestritten, ob Deutschland generell oder nur bedingt offen für Flüchtlinge und andere Migranten sein soll. Wagenknecht vertritt die Ansicht, dass Deutschland nicht alle Menschen aufnehmen kann, die ins Land kommen wollen. Der Parteitag beschloss die Forderung nach „offenen Grenzen“. Wagenknecht wertete dies allerdings nicht als konträr zu ihrer Position, sondern bezeichnete Differenzen als ausgeklammert.

Die stellvertretende Linksfraktionschefin Sevim Dagdelen wertete das Ergebnis für Kipping als „deutlichen Dämpfer“. „Zwei Prozent weniger als Andrea Nahles und das ohne Gegenkandidatin ist auch bei uns Linken kein Grund zur Freude“, sagte sie der dpa. Nahles war im April mit einer Zustimmung von 66,35 Prozent zur ersten Frau an der Spitze der SPD gewählt worden. Sie setzte sich gegen Flensburgs Oberbürgermeisterin Simone Lange durch.

„Die Delegierten wollen Parteivorsitzende, die die Partei zusammenhalten statt zu spalten und die das Mobbing gegen die populärste Politikerin der Linken einstellen“, sagte Dagdelen in Anspielung auf Wagenknecht. „Das Ergebnis sollte man als Weckruf begreifen und anfangen zu integrieren.“ Wagenknecht redet an diesem Sonntag auf dem Parteitag. Am Nachmittag endet der Kongress, der die Weichen für die Zukunft der Linken stellen sollte.

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