In- und Ausland

Kreml-Sonderbeauftragter Tschubais tritt zurück

Konflikte

Mittwoch, 23. März 2022 - 15:14 Uhr

von Deutsche Presseagentur dpa

dpa Moskau. Lange Zeit galt Anatoli Tschubais als wichtiger Mann im Kreml, erst unter Boris Jelzin, dann unter Wladimir Putin. Jetzt gibt er sein Amt auf - wahrscheinlich wegen des Ukraine-Kriegs.

Anatoli Tschubais, damaliger Leiter der staatlichen russischen Beteiligungsgesellschaft Rusnano, während eines Nanotechnologie-Forums in Moskau. Foto: epa Mikhail Metzel Pool/epa/dpa

Der Sonderbeauftragte des russischen Präsidenten Wladimir Putin für Beziehungen zu internationalen Organisationen, Anatoli Tschubais, hat seinen Rücktritt erklärt.

Dies bestätigte ein Sprecher des früheren Spitzenpolitikers, der stets zum liberalen Lager gerechnet wurde, in Moskau. Nach Angaben von Kremlsprecher Dmitri Peskow ist Tschubais aus freien Stücken gegangen: „Tschubais ist auf eigenen Wunsch zurückgetreten.“

Nach einem Bericht der Tageszeitung „RBK“ soll der 66-Jährige zusammen mit seiner Frau Russland verlassen und in die Türkei ausreisen wollen. Dazu gab es vom Kreml zunächst keine Äußerung. Das sei Tschubais „persönliche Sache“, sagte Peskow der Nachrichtenagentur Interfax zufolge.

Der Rücktritt soll im Zusammenhang mit Russlands Krieg gegen die Ukraine stehen. Von seinem Sprecher gab es dazu zunächst keine Angaben. Tschubais hatte das Amt als Sonderbeauftragter im Dezember 2020 übernommen. Er hatte unter dem früheren Staatschef Boris Jelzin als Vize-Regierungschef und Leiter der Präsidialverwaltung die Privatisierung der Wirtschaft mit vorangetrieben. Später leitete er jahrelang wichtige Unternehmen.

© dpa-infocom, dpa:220323-99-640531/4

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