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London: Angriffe auf Kiew innerhalb von Tagen wahrscheinlich

Konflikte

Freitag, 11. März 2022 - 10:44 Uhr

von Deutsche Presseagentur dpa

dpa London. Russland liege „mit großer Wahrscheinlichkeit“ hinter den eigenen Plänen zurück, heißt es aus London. Putin ruft dazu auf, sich freiwillig prorussischen Kräften anzuschließen.

Mit Panzersperren und Sandsäcken versuchen die Bewohnerinnen und Bewohner von Kiew, ihre Stadt vor den russischen Streitkräften zu schützen. Foto: -/Ukrinform/dpa

Experten der britischen Regierung halten Angriffe russischer Truppen auf die ukrainische Hauptstadt Kiew in den kommenden Tagen für wahrscheinlich.

Das geht aus einer Einschätzung des Verteidigungsministeriums in London hervor. „Russland wird wohl versuchen, seine Kräfte neu aufzustellen für erneute Offensiven in den kommenden Tagen. Das wird wahrscheinlich auch Militäraktionen gegen die Hauptstadt Kiew einschließen“, hieß es darin.

Gleichzeitig gehen die britischen Militärexperten davon aus, dass Russlands Armee „mit großer Wahrscheinlichkeit“ hinter ihren Plänen für die Invasion zurückliegt.

Russland mache nur eingeschränkte Fortschritte. Logistische Probleme, die den Vormarsch aufgehalten hätten, bestünden weiterhin. Hinzu komme der weiterhin starke Widerstand ukrainischer Kräfte.

Putin kritisiert Entsendung von „Söldnern aus aller Welt“

Zwei Wochen nach Invasionsbeginn spricht sich Kremlchef Wladimir Putin nun für eine Entsendung Freiwilliger zur Unterstützung der prorussischen Separatisten im Donbass aus. „Wenn Sie sehen, dass es Menschen gibt, die auf freiwilliger Basis, vor allem nicht gegen Geld, kommen und den Menschen helfen wollen, die im Donbass leben - nun, dann muss man ihnen auf halbem Weg entgegenkommen und ihnen helfen, ins Kampfgebiet zu ziehen“, sagte Putin bei einer Sitzung des nationalen Sicherheitsrates.

Verteidigungsminister Sergej Schoigu erklärte, alleine aus dem Nahen Osten hätten sich bereits mehr als 16.000 Menschen gemeldet, die für die „Befreiungsbewegung“ der selbst ernannten Volksrepubliken Luhansk und Donezk kämpfen wollten.

Schoigu sprach sich zudem für eine weitere Verlegung von Militäreinheiten und „natürlich dieser neuen, modernen Komplexe“ an Russlands westliche Grenzen aus. Putin ordnete dazu einen Bericht des Verteidigungsministeriums an. „Auf der Grundlage der Ergebnissen seiner Diskussion werden wir in naher Zukunft eine entsprechende Entscheidung treffen.“

Der Kremlchef beklagte zudem die Entsendung von „Söldnern aus aller Welt“ in die Ukraine: „Die westlichen Sponsoren der Ukraine, das ukrainische Regime, sie verstecken es nicht, sie tun es offen und missachten alle Normen des Völkerrechts.“

© dpa-infocom, dpa:220311-99-476116/3

Seit zwei Wochen bereitet sich die ukrainische Hauptstadt auf gezielte Angriffe der russischen Armee vor, die immer näher an Kiew heranrückt. Foto: -/Ukrinform/dpa

Dieses von der ukrainischen Armee veröffentlichte Foto zeigt einen Angriff auf eine russische Panzerkolonne in einem Vorort von Kiew. Foto: Ukrainian Military Defense/ZUMA Press Wire Service/dpa

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