Mit der Nutzung unserer Website erklären Sie sich damit einverstanden, dass wir Cookies verwenden. Mehr Informationen. Verstanden
In- und Ausland

Lotsen kritisieren Airlines und Flugsicherung

Luftverkehr

Montag, 16. Juli 2018 - 15:31 Uhr

von Deutsche Presseagentur dpa

dpa Frankfurt/Main. Die deutschen Fluglotsen wollen nicht für die zahlreichen Verspätungen und Flugausfälle in diesem Sommer verantwortlich gemacht werden.

Die deutschen Fluglotsen schlagen Alarm. Foto: Boris Roessler

Gründe seien vielmehr eine falsche Personalplanung bei der bundeseigenen Flugsicherung sowie die einseitige Lobby-Politik der Fluggesellschaften in den vergangenen Jahren, erklärte die Gewerkschaft der Flugsicherung (GdF) in Frankfurt. Die Talsohle der augenblicklichen Misere sei noch nicht erreicht und aus Sicht der GdF auch keinesfalls schnell zu lösen.

Anzeige

Namentlich Ryanair-Chef Michael O'Leary habe gemeinsam mit anderen Airlines wie der Lufthansa Druck bei der EU für niedrigere Flugsicherungsgebühren gemacht, kritisierte GdF-Chef Matthias Maas. Die Flugsicherungen hätten die Vorgaben aus Brüssel nur mit großen Personaleinsparungen und dem Verschieben wichtiger technischer Erneuerungen leisten können.

Nun verlangten dieselben Lobbyisten auf einmal eine höhere Leistung, was nicht funktionieren könne: „Man kann nun mal nicht alles haben: Billiger fliegen, aber gleichzeitig einen besseren Service durch noch mehr Mitarbeiter und mehr Kapazität durch neue Flugsicherungssysteme erwarten.“

Der von den Airlines beklagte Fluglotsenmangel bestehe in Deutschland und europaweit, räumte Maas ein. Der bundeseigenen DFS hielt der Gewerkschafter vor, es in „fahrlässiger Weise“ versäumt zu haben, die Ausbildungskapazitäten wieder zu steigern. Die Geschäftsführung habe mit Blick auf die Geschäftszahlen stets argumentiert, dass man teure personelle Überkapazitäten vermeiden müsse.

Dies habe bei der GdF und fast allen Mitarbeitern für ungläubiges Kopfschütteln gesorgt, da es von der Anwerbung bis zum eigenständigen Arbeiten eines Fluglotsen zwischen drei und fünf Jahren brauche. Die Flugsicherung äußerte sich zunächst nicht.

Ihr Kommentar zum Thema

Lotsen kritisieren Airlines und Flugsicherung

Verbleibende Zeichen:

Regeln fürs Kommentieren

Bitte bleiben Sie fair und sachlich. Schreiben Sie keine Kommentare, die Beleidigungen, Verleumdungen oder falsche Tatsachenbehauptungen enthalten. Beiträge, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht (siehe Netiquette).

Bitte beachten Sie, dass Ihr Kommentar unter Ihrem echten Namen veröffentlicht wird!


captcha

Anzeige
Anzeige