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Luftangriffe auf syrisches Rebellengebiet: Klinik getroffen

Konflikte

Donnerstag, 30. Januar 2020 - 10:28 Uhr

von Deutsche Presseagentur dpa

dpa Idlib. Bei Luftangriffen im letzten Rebellengebiet rund um Idlib sind der Aktivisten zufolge mindestens zehn Menschen getötet worden. Auch ein Krankenhaus wurde getroffen - den Angaben zufolge von der russischen Luftwaffe.

Blick in das Innere des getroffenen Shami-Krankenhauses. Foto: Anas Alkharboutli/dpa

Bei Luftangriffen auf das letzte große syrische Rebellengebiet um die Stadt Idlib sind Aktivisten zufolge mindestens zehn Zivilisten getötet worden. Bombardiert worden sei in der Stadt Ariha auch eine Klinik, meldete die Syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte.

Sie machte die russische Luftwaffe für die Angriffe verantwortlich. Das Krankenhaus sei außer Betrieb. Die Rettungsorganisation Weißhelme verbreitete ein Video, das nach deren Angaben die zerstörte Klinik zeigt. Die oppositionelle Nachrichtenseite Ennab Baladi meldete unter Berufung auf die Organisation elf Tote und mehr als 60 Verletzte. Die Klinik sei von den Luftangriffen direkt getroffen worden.

Russland ist im syrischen Bürgerkrieg ein wichtiger Verbündeter der Regierung. Die syrische Armee und ihre Verbündeten hatten im vergangenen Jahr eine Offensive auf das Gebiet um die Stadt Idlib im Nordwesten des Landes begonnen.

Kontrolliert wird die Region von der Al-Kaida-nahen Miliz Haiat Tahrir al-Scham (HTS). Syrien und Russland argumentieren, ihre Angriffe in der Region richteten sich gegen Terroristen.

Die Gewalt ging auch weiter, nachdem Russland vor drei Wochen eine neue Waffenruhe verkündet hatte. In dieser Woche konnten die Regierungstruppen die strategisch wichtige Stadt Marat al-Numan und umliegenden Dörfer einnehmen.

Helfer beklagen eine dramatische humanitäre Lage in dem Rebellengebiet. Seit Anfang Dezember sind den UN zufolge fast 390.000 Menschen vor der Gewalt geflohen. Allein in den vergangenen zwei Wochen seien fast 40.000 Menschen vertrieben worden. Wegen wiederholter Angriffe auf Krankenhäuser in dem Rebellengebiet hatten die UN im vergangenen Jahr eine Untersuchung angeordnet.

Bei den Luftangriffen verwundete Kinder werden behandelt. Foto: Anas Alkharboutli/dpa

Die Feuerwehr in Ariha im Löscheinsatz. Foto: Anas Alkharboutli/dpa

Die Luftangriffe haben mehrere Gebäude zerstört. Foto: Anas Alkharboutli/dpa

Mitglieder des syrischen Zivilschutzes begutachten nach einem Luftangriff Trümmer in der Stadt Ariha. Foto: Anas Alkharboutli/dpa


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