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In- und Ausland

Macrons Sicherheitsmitarbeiter im Polizeigewahrsam

Justiz

Freitag, 20. Juli 2018 - 12:41 Uhr

von Von Christian Böhmer, dpa

dpa Paris. Die Affäre um den bisherigen Élysée-Mitarbeiter Benalla spitzt sich zu. Ermittler befragen den Mann. Er soll laut Medien einen jungen Mann gewalttätig angegriffen haben. Der Fall erregt großes Aufsehen.

Frankreichs Staatspräsident Emmanuel Macron (r) an der Seite seines Sicherheitsmitarbeiters Alexandre Benalla in Paris. Foto: Christophe Ena/AP/Archiv

Französische Ermittler haben den umstrittenen Sicherheitsmitarbeiter von Staatspräsident Emmanuel Macron in Gewahrsam genommen.

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Alexandre Benalla werden unter anderem Gewalttätigkeiten und Amtsanmaßung vorgeworfen, bestätigten Kreise der Staatsanwaltschaft der Deutschen Presse-Agentur am Freitag in Paris. Die Behörde hatte bereits am Donnerstag Vorermittlungen eingeleitet. Laut französischen Medien ist die Affäre die bisher größte Krise in der Amtszeit Macrons. Der 40-Jährige war im Mai 2017 in den Élyséepalast eingezogen.

Élyséekreise bestätigten, dass der Sicherheitsmitarbeiter entlassen werden soll. Er war laut Zeitung „Le Monde“ bei einem Polizeieinsatz am 1. Mai gegen einen jungen Demonstranten gewalttätig vorgegangen. Der Élyséepalast hatte am Donnerstag bestätigt, dass der Mann deswegen bereits bestraft wurde.

Die Benalla-Affäre spitzt sich mit der Befragung bei den Ermittlern zu. Die Opposition hatte bereits Macron aufgefordert, zu den Vorwürfen Stellung zu nehmen. In der Sache äußerte sich aber vor allem der Sprecher des Élyséepalastes.

Laut Kreisen der Staatsanwaltschaft wird Benalla auch vorgeworfen, illegal Abzeichen einer Behörde getragen zu haben. Medien berichteten, er sei bei dem Einsatz am 1. Mai mit einer Polizei-Armbinde unterwegs gewesen. Es gibt zudem einen Beihilfevorwurf im Zusammenhang mit Video-Bildern, so die Kreise. Laut Nachrichtenagentur AFP wurden drei Polizisten vom Dienst suspendiert, weil sie Bilder der Pariser Videoüberwachung an Benalla weitergeleitet haben sollen. Ein Reservist der Gendarmerie, der Benalla am 1. Mai begleitet hatte, kam ebenfalls in Gewahrsam, so die Kreise der Staatsanwaltschaft.

Benalla hatte laut Tageszeitung „Le Monde“ bei der Demonstration zum 1. Mai einen jungen Mann in Paris angegriffen. Die Zeitung identifizierte ihn nach eigenen Angaben auf einem Video. Benalla sei auch zu erkennen, als er eine junge Frau anfasste und abführte. Der Mitarbeiter habe einen Polizeihelm getragen, obwohl er kein Polizist sei. Der Sprecher des Élyséepalastes, Bruno Roger-Petit, hatte von einem „nicht hinnehmbaren Verhalten“ gesprochen. Benalla sei 15 Tage lang freigestellt worden, mit Suspendierung des Gehalts.

Die ungewöhnlichen Vorfälle erregen im Land großes Aufsehen. Die Regionalzeitung „Le Républicain Lorrain“ schrieb: „Dass diese Person, umringt von Spezialeinsatzkräften der französischen Polizei, mit einer Armbinde der Polizei protzen konnte, ohne dass die Einsatzführung eingriff, ist skandalös.“ Die katholische Tageszeitung „La Croix“ fragte: „Warum waren die ersten Strafen, die der Élyséepalast verhängt hat, so zaghaft? Warum musste man warten, bis ein Video auf der Seite von "Le Monde" gestellt wurde, bis die Justiz endlich eingeschaltet wurde?“

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