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„Mallorca-Gate“: Ministerin Heinen-Esser will zurücktreten

Affären

Donnerstag, 7. April 2022 - 17:52 Uhr

von Deutsche Presseagentur dpa

dpa Düsseldorf. Kurz vor der Landtagswahl war der Druck auf NRW-Umweltministerin Heinen-Esser (CDU) gestiegen: Wenige Tage nach der Flutkatastrophe feierte sie auf Mallorca. Nun will sie deswegen zurücktreten.

Ursula Heinen-Esser (CDU), Umweltministerin von Nordrhein-Westfalen, sitzt im Landtag auf der Regierungsbank. Foto: Marius Becker/dpa

Gut fünf Wochen vor der Landtagswahl will Nordrhein-Westfalens Umweltministerin Ursula Heinen-Esser (CDU) zurücktreten. Das erfuhr die Deutsche Presse-Agentur in Düsseldorf am Donnerstag.

Heinen-Esser war durch Enthüllungen im Zusammenhang mit der Flutkatastrophe stark unter Druck geraten. Demnach hatte Heinen-Esser wenige Tage nach der Katastrophe im vergangenen Juli mit weiteren Regierungsmitgliedern auf Mallorca getroffen, um den Geburtstag ihres Mannes zu feiern.

Bauministerin Ina Scharrenbach (CDU), Europaminister Stephan Holthoff-Pförtner (CDU) und die damalige Staatssekretärin Serap Güler (CDU) hätten am 23. Juli auf Mallorca an einem gemeinsamen „Abendessen“ teilgenommen, bestätigte Heinen-Esser am Donnerstag einen Bericht des „Kölner Stadt-Anzeigers“.

Die SPD forderte die umgehende Entlassung Heinen-Essers. „Herr Wüst, entlassen Sie Heinen-Esser - und zwar hier und heute!“, sagte der SPD-Abgeordnete Stefan Kämmerling (SPD) bei der Landtagsdebatte zur Flutkatastrophe. Grüne und AfD forderten Heinen-Esser zum Rücktritt auf.

Heinen-Esser seit längerem in der Kritik

Die Umweltministerin stand bereits seit längerem in der Kritik, weil sie ihren Mallorca-Aufenthalt nach dem Hochwasser am 15. Juli zwar kurz unterbrochen, dann aber am 16. Juli fortgesetzt hatte. Dies hatte sie im Untersuchungsausschuss des Landtags damit begründet, sie habe ihre minderjährige Tochter und deren Freunde zurückholen müssen, die auf der Insel zurückgeblieben waren.

Als Heinen-Esser dann dem Ausschuss ihre Flugdaten übersandte, wurde klar, dass sie am 25. Juli samt Mann und Tochter ihren regulär und bereits im Februar gebuchten Rückflug angetreten hatte.

© dpa-infocom, dpa:220407-99-836809/3

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