In- und Ausland

Maurer und Gerst hoffen auf deutsches Doppel-Ticket zum Mond

Mittwoch, 26. Oktober 2022 - 14:53 Uhr

von dpa

© Matthias Balk/dpa

Die beiden deutschen Astronauten Matthias Maurer und Alexander Gerst hoffen darauf, dass sie beide in wenigen Jahren zum Mond fliegen können und nicht nur einer. „Warum können wir nicht beide fliegen?“, sagte Maurer am Rande eines von der bayerischen Staatsregierung veranstalteten „Raumfahrtgipfels“ beim Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt in Oberpfaffenhofen. Deutschland könne es sich leisten, diesen Anspruch zu formulieren. Beide betonten aber, wichtig sei zu allererst, dass es überhaupt wieder Mond-Missionen gebe, dass man dort Forschung betreiben könne.

Es solle ja für Europäer nicht nach drei Flügen Schluss sein, sagte Maurer. „Wir möchten zum Mond fliegen, um dort zu blieben, um dort zu forschen.“ Auch in der Antarktis sei anfangs nur ein Forscherteam gewesen - heute gebe es dort große Stationen, und das sei auch sinnvoll. „Und genauso wird sich das auch auf dem Mond entwickeln.“

Gerst: Mondflug für Forschung wichtig

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Die US-Raumfahrtbehörde Nasa will mit ihrem „Artemis“-Programm in wenigen Jahren wieder Menschen zum Mond schicken. Aktuell ist eine unbemannte Mission geplant - der Start musste zuletzt aber mehrfach verschoben werden. Die Europäische Weltraumorganisation Esa hat das Ziel, mit diesem Programm bis Ende des Jahrzehnts erstmals auch eine Europäerin oder einen Europäer auf den Mond zu bringen. Gerst hatte zuletzt gesagt, es sehe so aus, dass es bei drei Missionen Plätze für Europäer gebe. Dafür kämen derzeit sieben Astronauten in Frage.

„Da können Sie jeden Astronauten oder jede Astronautin fragen: Der Mond ist natürlich ein faszinierendes Ziel“, sagte Gerst. Das gelte für die Astronauten selbst, aber auch darüber hinaus. Letztlich gehe es deshalb auch gar nicht vorrangig darum, wer fliege oder aus welchem Land er komme. „Dass wir wieder zum Mond fliegen, das ist das Wichtige, dass wir Forschung dort betreiben“, betonte er. „Der Mond kann uns sehr viel über die Erde selbst erzählen. Er ist quasi ein offenes Geschichtsbuch für die fehlenden ersten paar Milliarden Jahre, die wir nicht erforschen können auf der Erde, weil die Gesteine alle weg sind“, erklärte er.


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