In- und Ausland

Metall-Tarifkonflikt vor Woche der Eskalation

Tarife

Montag, 29. Januar 2018 - 11:11 Uhr

von Deutsche Presseagentur dpa

dpa Frankfurt/Main. Ganztägige Warnstreiks und Klagen: Der aktuelle Metall-Tarifstreit droht einer der härtesten seit langem zu werden. Diese Woche könnte den Arbeitgebern richtig weh tun.

Ein streikender Mitarbeiter hält eine Fahne der IG Metall in die Höhe. Foto: Sophia Kembowski/Archiv

Der Tarifkonflikt in der deutschen Metall- und Elektroindustrie steht in dieser Woche vor einer deutlichen Verschärfung: Nach dem Abbruch der Gespräche im Südwesten will die IG Metall den Druck auf die Arbeitgeber mit ganztägigen Warnstreiks bundesweit kräftig erhöhen.

Die 24-stündigen Arbeitsniederlegungen sollen am Mittwoch beginnen. Zuvor holt die Gewerkschaft in den Betrieben die Zustimmung der Beschäftigten für dieses erstmals angewandte Druckmittel ein.

Rund 250 Betriebe sollen betroffen sein, darunter der Lastwagenbauer MAN in München. Gewerkschaftschef Jörg Hofmann sprach von der „letzten Gelbphase vor der Rotphase eines Flächenstreiks.“ Die IG Metall in Bayern wurde noch etwas deutlicher: „Der Kuschelkurs ist vorbei.“

Ein ganztägiger Produktionsstillstand dürfte viele Firmen in Zeiten voller Auftragsbücher, ausgelasteter Kapazitäten und enger Lieferfristen empfindlich treffen. Die Unternehmer warnten bereits, es könne international zu einem schweren Reputationsschaden kommen.

Doch die Arbeitgeber halten die Gewerkschaftsforderung nach einem Lohnausgleich für Beschäftigte, die vorübergehend ihre Arbeitszeit verkürzen dürfen sollen, für rechtlich angreifbar. Verwiesen wird auf Arbeitnehmer, die schon Teilzeit arbeiteten und keinen Ausgleich erhalten. Von Diskriminierung ist die Rede.

Deshalb sind Klagen der Arbeitgeber angekündigt, die am heutigen Montag bei den Gerichten eingehen sollen. Diese Klagen werden die Arbeitsniederlegungen kaum verhindern, die Arbeitgeber hatten betont, dass es ihnen vor allem um mögliche Schadenersatzansprüche gehe.

Sechs Prozent mehr Geld fordert die Gewerkschaft, was aber nie der Knackpunkt in den Verhandlungen war. Die Möglichkeit zur Reduzierung der Arbeitszeit auf 28 Wochenstunden sollen nach dem Willen der IG Metall alle Beschäftigten bekommen. Bestimmte Gruppen wie Schichtarbeiter, pflegende Angehörige oder Eltern junger Kinder sollten dafür einen Teil-Ausgleich für entgangenen Lohn erhalten.

In der Frage der Reduzierung an sich hatten sich beide Parteien schon angenähert und im Gegenzug über eine Öffnung der Arbeitszeitregeln nach oben gesprochen. Den finanziellen Ausgleich jedoch wollten die Arbeitgeber nicht leisten.


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