In- und Ausland

Missbrauchskomplex Münster: Mutter von Opfer vor Gericht

Kriminalität

Donnerstag, 5. August 2021 - 10:33 Uhr

von Deutsche Presseagentur dpa

dpa Münster. Seit 2018 soll sie gewusst haben, dass ihr eigenes Kind von ihrem Lebensgefährten sexuell missbraucht wurde. Zum Schutz des Opfers verhandelt das Gericht unter Ausschluss der Öffentlichkeit.

Zu Beginn des Prozesses im Missbrauchskomplex Münster sitzt die Mutter eines Opfers im Landgericht Münster und verdeckt ihr Gesicht mit einer Mappe. Foto: Guido Kirchner/dpa

Unter Ausschluss der Öffentlichkeit ist am Donnerstag die Anklage gegen die Mutter eines Opfers im Missbrauchskomplex Münster verlesen worden.

Die Staatsanwaltschaft wirft der 31-Jährigen aus Münster in neun Fällen Beihilfe durch Unterlassen vor. Die Frau soll seit 2018 vom schweren sexuellen Missbrauch ihres eigenen Kindes durch ihren Lebensgefährten gewusst haben. Vereinzelt soll die Deutsche ihren heute elfjährigen Sohn auch zu sexuellen Handlungen mit dem Mann animiert haben.

Im Hauptprozess war dieser im Juli zu 14 Jahren Haft und anschließender Sicherungsverwahrung verurteilt worden. Das Urteil gegen den 28-Jährigen ist noch nicht rechtskräftig. Münster ist nach Lügde und Bergisch Gladbach einer von drei großen Kindesmissbrauchskomplexen der vergangenen Jahre in Nordrhein-Westfalen.

Ob sich die Mutter des Kindes zu den Vorwürfen einlässt, war zum Prozessauftakt noch offen. Zum Schutz des Opfers hatte die Nebenklage den Ausschluss der Öffentlichkeit beantragt. Verteidiger und Staatsanwaltschaft schlossen sich dem an. Bis Ende September hat das Landgericht Münster acht weitere Verhandlungstage angesetzt. Nach Angaben einer Gerichtssprecherin droht der Angeklagten im Fall einer Verurteilung eine Haftstrafe zwischen 2 und 15 Jahren. Auch über eine anschließende Sicherungsverwahrung muss das Landgericht entscheiden.

© dpa-infocom, dpa:210805-99-720760/2

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