In- und Ausland

Mitarbeiter von Projekten für Vielfalt fühlen sich bedroht

Gesellschaft

Mittwoch, 18. Mai 2022 - 04:53 Uhr

von Deutsche Presseagentur dpa

dpa Berlin. Diskreditierung, Diffamierung, körperliche Übergriffe: Die Bedrohung kommt laut Betroffenen meist aus dem rechten bis rechtsextremen Spektrum, teils aber auch „aus der bürgerlich-konservativen Mitte“.

Ein Plakat bei einer Demonstration gegen Rassismus in Halle. Foto: Peter Endig/dpa-Zentralbild/dpa

Viele Mitarbeiter staatlich geförderter Projekte für „Vielfaltgestaltung“ fühlen sich aufgrund ihrer Tätigkeit bedroht. Das zeigen die Ergebnisse einer Befragung des Deutschen Zentrums für Integrations- und Migrationsforschung, die der Deutschen Presse-Agentur vorliegen.

Die Wissenschaftler hatten für ihre Untersuchung 2020 zunächst die Verantwortlichen für 68 Modellprojekte kontaktiert, die über das Programm „Demokratie leben!“ des Bundesfamilienministeriums Zuwendungen erhalten. Die unter dem Titel „Vielfaltgestaltung“ geförderten Projekte bearbeiten die Problemfelder Antisemitismus, Muslimfeindlichkeit, Antiziganismus, Homo- und Transfeindlichkeit, Rassismus sowie den Themenbereich „Chancen und Herausforderungen der Einwanderungsgesellschaft“.

Von den 50 Organisationen, die den ihnen zugesandten Online-Fragebogen zumindest teilweise ausfüllten, gaben rund zwei Drittel (34 Organisationen) an, in den zurückliegenden zwölf Monaten „mit konkreten, unmittelbaren Bedrohungen konfrontiert gewesen zu sein“. Diese reichten von Diskreditierung, Verleumdung und Diffamierung (54 Prozent) bis hin zu körperlichen Übergriffen, von denen acht Prozent der Gruppen, die sich an der Befragung beteiligten, berichteten.

Nach den Urhebern gefragt, gaben Betroffene demnach an, dass die Bedrohungen zum weitaus größten Teil aus dem rechten bis rechtsextremen Spektrum stammen, wozu sie auch sogenannte Reichsbürger und Verschwörungsgläubige zählen. Jüdische Initiativen hätten darüber hinaus Anfeindungen aus dem islamistischen Bereich und
auch vereinzelte Übergriffe aus dem linksextremen, sogenannten anti-imperialistischen Spektrum geschildert. Organisationen, die sich gegen Transfeindlichkeit positionieren, hätten zudem von Diffamierungsversuchen „aus der bürgerlich-konservativen Mitte“ berichtet.

© dpa-infocom, dpa:220518-99-331324/2

Ihr Kommentar zum Thema

Mitarbeiter von Projekten für Vielfalt fühlen sich bedroht

Verbleibende Zeichen:

Regeln fürs Kommentieren

Bitte bleiben Sie fair und sachlich. Schreiben Sie keine Kommentare, die Beleidigungen, Verleumdungen oder falsche Tatsachenbehauptungen enthalten. Beiträge, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht (siehe Netiquette).

Bitte beachten Sie, dass Ihr Kommentar unter Ihrem echten Namen veröffentlicht wird!


captcha