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Mord an Hanaa S.: Urteil im Mammutprozess erwartet

Prozesse

Donnerstag, 25. Januar 2018 - 08:31 Uhr

von Deutsche Presseagentur dpa

dpa Wuppertal. Sie nahm sich eine eigene Wohnung - für ihre Familie soll das ein Mordmotiv gewesen sein. Nach mehr als 100 Verhandlungstagen geht der Prozess um den Tod einer sechsfachen Mutter wahrscheinlich zu Ende.

Justizbeamte warten in Wuppertal beim Prozess wegen Mordes an der vor über einem Jahr in Solingen verschwundenen sechsfachen Mutter Hanaa S. im Gerichtssaal. Foto: Ina Fassbender/Archiv

Ein Mammutprozess am Landgericht Wuppertal steht vor dem Abschluss. Im Verfahren um den Mord an der sechsfachen Mutter Hanaa S. wird an diesem Donnerstag wahrscheinlich das Urteil gesprochen werden. Angeklagt sind fünf Familienmitglieder.

Den Verwandten ging es nach Überzeugung der Staatsanwaltschaft gegen die Familienehre, dass die Frau ausgezogen war und sich eine eigene Wohnung genommen hatte. Alle sind, wie das Opfer, Iraker.

Die Staatsanwaltschaft hält den ältesten Sohn und den Schwager für die Mörder der 35-jährigen Frau. Für den 26 Jahre alten Schwager wurde lebenslange Haft beantragt, für den 20-jährigen Sohn acht Jahre Jugendstrafe. Der Ehemann und ein weiterer Schwager sollen wegen Beihilfe zum Mord mehrere Jahre hinter Gitter. Eine Schwägerin soll freigesprochen werden.

Im Prozess gestand der 26-Jährige eine Mitschuld am Tod der Frau. Er führte die Ermittler in der Nähe von Bruchsal in Baden-Württemberg zu der vergrabenen Leiche.

Im April 2015 war die 35-Jährige spurlos verschwunden. Damals hatte die Polizei mit Hilfe von Einsatzhundertschaften, Polizeitauchern und der Fliegerstaffel zahlreiche Gewässer und Waldstücke in Nordrhein-Westfalen, Rheinland-Pfalz und Baden-Württemberg abgesucht. Auch Beamte der Tatortgruppe „Forensische Archäologie“ des Bundeskriminalamts hatten gesucht - damals noch ohne Erfolg.


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