Musterverfahren von VW-Anlegern geht weiter

dpa Braunschweig. Hat VW seine Anleger nicht rechtzeitig über „Dieselgate“ ins Bild gesetzt? Das wollen die klagenden Investoren wissen. Jetzt wird das Braunschweiger Musterverfahren fortgesetzt - es geht um Fragen, die den Klägern ganz besonders am Herzen liegen dürften.

Musterverfahren von VW-Anlegern geht weiter

Hat VW die Märkte rechtzeitig über die Affäre rund um millionenfachen Betrug mit manipulierten Dieselmotoren informiert? Foto: Julian Stratenschulte

Das Musterverfahren von VW-Anlegern gegen den Autohersteller wird heute nach gut zweimonatiger Unterbrechung fortgesetzt.

Bei der mündlichen Verhandlung des Oberlandesgerichts Braunschweig, die wegen der großen Teilnehmerzahl in der Stadthalle stattfindet, sollen die möglichen Schäden für die Anleger erörtert werden. Sieben ursprünglich vorgesehene Termine fielen seit Mitte September aus. Musterbeklagte sind Volkswagen und der VW-Hauptaktionär Porsche SE, Musterklägerin ist die Fondsgesellschaft Deka Investment.

Die entscheidende Frage ist: Hat VW die Märkte rechtzeitig über die Affäre rund um millionenfachen Betrug mit manipulierten Dieselmotoren informiert? Nach Bekanntwerden der Abgas-Affäre hatten die VW-Vorzugsaktien zwischenzeitlich fast die Hälfte ihres Werts verloren, Anleger erlitten teils massive Verluste. Insgesamt machen die Kläger rund 9 Milliarden Euro Schadenersatz geltend. Teils liegen die Klagen allerdings noch beim Landgericht Braunschweig, so dass sich der Streitwert beim Oberlandesgericht auf rund 4,3 Milliarden Euro beläuft.