In- und Ausland

NSU-Prozess: Zschäpe-Anwälte setzen ihr Plädoyer fort

Prozesse

Mittwoch, 25. April 2018 - 05:41 Uhr

von Deutsche Presseagentur dpa

dpa München. Nach langem Stillstand haben am Dienstag die Verteidiger-Plädoyers im NSU-Prozess begonnen. Am Mittwoch werden die beiden Wunschverteidiger von Beate Zschäpe ihren Schlussvortrag fortsetzen und voraussichtlich ein Urteil aus Verteidigersicht beantragen.

Die mutmaßliche Rechtsterroristin Beate Zschäpe im Oberlandesgericht in München. Foto: Peter Kneffel/Archiv

Im Münchner NSU-Prozess sollen die beiden Wunschverteidiger der Hauptangeklagten Beate Zschäpe, Hermann Borchert und Mathias Grasel, heute ihre Plädoyers fortsetzen. Borchert hatte am Dienstag mit dem Vortrag begonnen.

Nach der Planung der beiden Juristen soll Grasel heute die rechtliche Würdigung vornehmen. Am Schluss soll wiederum Borchert das Wort erhalten und für ein Urteil aus Sicht der Verteidigung plädieren.

Borchert hatte teils scharfe Kritik am Plädoyer der Bundesanwaltschaft geübt. Die Anklagebehörde habe die Beweise einseitig bewertet und die Rolle Zschäpes falsch dargestellt. Für den Anklagevorwurf - Mittäterschaft an zehn Morden, zwei Sprengstoffanschlägen und zahlreichen Überfällen - habe die Anklage keinen Beweis vorgelegt und beschränke sich auf Spekulationen.

Bundesanwaltschaft und Nebenkläger hatten ihre Plädoyers bereits Anfang Februar beendet. Die Anklagebehörde fordert für Zschäpe lebenslange Haft und anschließende Sicherungsverwahrung. Die heute 43-Jährige soll eines von drei gleichberechtigten Mitgliedern des „Nationalsozialistischen Untergrunds“ (NSU) gewesen sein. Neun der vorgeworfenen Morde sollen aus fremdenfeindlichen Motiven, einer aus Hass auf den Staat verübt worden sein.


Kommentare können für diesen Artikel nicht mehr erfasst werden.