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Auffrischimpfungen: Stiko wartet Datengrundlage ab

Krankheiten

Freitag, 30. Juli 2021 - 17:25 Uhr

von Deutsche Presseagentur dpa

dpa Berlin. Das Thema Auffrischimpfungen rückt immer stärker in den Fokus. Für eine Empfehlung durch die Impfkommission ist es nach Aussage des Stiko-Chefs noch zu früh.

Während der Corona-Pandemie gelten viele Einschränkungen, auch beim Reisen. Foto: Henning Kaiser/dpa

Nach der Entscheidung zu einer dritten Corona-Impfdosis für ältere Menschen in Israel hat der Leiter der Ständigen Impfkommission (Stiko) bekräftigt, dass Auffrischimpfungen das Gremium weiter intensiv beschäftigen.

Die Stiko brauche für eine Empfehlung aber eine Datengrundlage, sagte Stiko-Chef Thomas Mertens am Freitag der Deutschen Presse-Agentur. Diese gebe es noch nicht.

Den unabhängigen Experten gehe es bei den Daten um zwei Aspekte: ob die messbare Immunantwort im Labor nachlasse und ob trotz Impfung vermehrt Infektionen mit Erkrankung aufträten. Laboruntersuchungen zu Antikörperspiegeln gebe es bereits, diese erlaubten aber nicht die direkte Schlussfolgerung, dass auch die Schutzwirkung beim Menschen nachlässt, erläuterte Mertens. Es gehe auch noch um die Frage, welche Gruppen eine Auffrischung bekommen könnten: ob zum Beispiel Immunsupprimierte, Alte oder alle.

Der Virologe betonte weiter, dass nichts dagegen spreche, wenn ein Staat aus Fürsorgepflicht solche Impfangebote mache - auch ohne Evidenz. Aufgabe der Stiko seien jedoch Empfehlungen auf der Grundlage wissenschaftlicher Erkenntnisse. Insofern warte man eine Datengrundlage ab. Wenn es Neuigkeiten gebe, werde die Stiko dies berücksichtigen, betonte Mertens.

Israel hatte angesichts steigender Infektionszahlen als erstes Land mitgeteilt, 60-Jährigen und älteren Jahrgängen eine dritte Impfung gegen das Coronavirus zu geben. Dies gelte für Patienten, die vor mindestens fünf Monaten ihre zweite Impfdosis erhalten haben, hieß es.

© dpa-infocom, dpa:210730-99-611898/5

Vor einer Empfehlung für Auffrischimpfungen braucht die Stiko nach eigenen Angaben noch mehr Daten. Foto: Christoph Schmidt/dpa

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