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Nach Haft in Myanmar: dpa-Journalist in Polen gelandet

Regierung

Freitag, 26. März 2021 - 15:15 Uhr

von Deutsche Presseagentur dpa

dpa Warschau. „Ich fühle mich gut“: Er wurde Anfang März von Soldaten in Myanmar festgenommen und musste zwei Wochen hinter Gittern verbringen. Heute traf der polnische Jornalist Robert Bociaga mit einem Flug in Warschau ein.

Erleichtert und froh: Robert Bociaga, der in Myanmar festgenommene polnische Journalist, der für die Deutsche Presse-Agentur in Myanmar tätig war, bei seiner Ankunft. Foto: Grzegorz Welnicki/dpa

Ein in Myanmar festgenommener polnischer Journalist, der für die Deutsche Presse-Agentur in Myanmar tätig war, ist nach knapp zwei Wochen Haft wieder zurück in seinem Heimatland.

Heute traf Robert Bociaga mit einem Flug aus Doha auf dem Chopin-Flughafen in Warschau ein. „Ich fühle mich gut. Aber ich bin traurig, dass ich Myanmar verlassen musste“, sagte er nach der Landung. Er war am Vortag in Myanmars größter Stadt Yangon (früher: Rangun) in Richtung Polen gestartet.

Der 29-Jährige war am 11. März in Taunggyi, der Hauptstadt des Shan-Staats, von Soldaten inhaftiert worden. Bociaga hatte zu dem Zeitpunkt aus der Region über die Proteste gegen die neue Junta nach dem Militärputsch von Anfang Februar berichtet.

Der Fall hatte international für viel Aufsehen gesorgt. Unter anderem hatte die Organisation Reporter ohne Grenzen die sofortige Freilassung Bociagas und aller weiteren in Myanmar festgenommenen Medienschaffenden gefordert. Die Deutsche Botschaft in Yangon, die in Myanmar die konsularischen Interessen der polnischen Bürger vertritt, hatte laut Mitteilung sofortigen Zugang und Informationen über den Grund seiner Inhaftierung gefordert.

Im früheren Birma gehen Militär und Polizei seit dem Umsturz von Anfang Februar mit zunehmender Härte nicht nur gegen Demonstranten, sondern auch gegen Politiker, Aktivisten und Journalisten vor. Nach Schätzungen der Gefangenenhilfsorganisation AAPP wurden bislang knapp 3000 Menschen festgenommen. Mindestens 320 sind laut AAPP getötet worden. Ausländer galten bislang aber als relativ sicher. Am Mittwoch waren überraschend 600 Inhaftierte freigelassen worden. Hauptsächlich handelte es sich um Studentinnen und Studenten.

© dpa-infocom, dpa:210326-99-985403/4

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