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Nach mutmaßlichem Wolfsbiss: Grünen-Chef warnt vor Bejagung

Tiere

Freitag, 30. November 2018 - 08:41 Uhr

von Deutsche Presseagentur dpa

dpa Osnabrück. Nach einem mutmaßlichen Wolfsangriff auf einen Menschen hat der Grünen-Bundesvorsitzende Robert Habeck vor einer Bejagung von Wölfen gewarnt.

Im niedersächsischen Steinfeld wurde ein Gemeindearbeiter nach eigener Schilderung bei der Pflege einer Grünanlage um einen Friedhof von einem Wolf gebissen. Foto: Carmen Jaspersen

„Die Zahl der Wölfe ist noch weit davon entfernt, dass man in die Bestände eingreifen müsste“, sagte er der „Neuen Osnabrücker Zeitung“ mit Blick auf einen Vorschlag der CDU/CSU-Fraktion im Bundestag, den Schutzstatus von Wölfen zu senken. Damit wäre dann eine Jagd bei Überschreitung bestimmter Bestandsgrenzen erlaubt.

Verhaltensauffällige Tiere könnten bereits nach heutigen Regeln in Einzelfällen erlegt werden, „also etwa Wölfe, die die natürliche Scheu verloren haben“, sagte Habeck. Denn: „Wölfe, die sich an Menschen gewöhnen, sind ein Problem.“ Aber Deutschland sei ein wichtiger Lebensraum für den Wolf: „Raubtiere gehören zur Natur dazu. Wenn wir alle Tiere, die uns Probleme bereiten, ausrotten wollen, dann hätten wir keine Biber, keine Fischotter und keine Kormorane mehr“, sagte Habeck.

Im niedersächsischen Steinfeld war am Dienstag ein Gemeindearbeiter nach eigener Schilderung von einem Wolf in die Hand gebissen worden. Die Behörden untersuchen, ob es sich bei dem Tier wirklich um einen Wolf handelte.


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