Nachfrageschub für Supermärkte durch Virus-Krise

dpa Berlin. Die Einschränkungen im sozialen Leben als Folge der Coronavirus-Krise können für den Lebensmitteleinzelhandel aus Sicht von Branchenexperten einen Nachfrageschub auslösen.

Nachfrageschub für Supermärkte durch Virus-Krise

Leergekaufte Regale in einem Supermarkt in Bayern. Foto: Sven Hoppe/dpa

Die Unternehmensberatung BCG verweist darauf, dass viele Menschen derzeit im Homeoffice arbeiteten, Schulen und andere Bildungseinrichtungen geschlossen seien sowie Restaurantbesuche verstärkt gemieden würden. „Dadurch steigt die Nachfrage nach frischen Produkten wie Obst, Gemüse und Fleisch - aber auch Fertiggerichten, weil vermehrt zu Hause gekocht wird“, sagte der Einzelhandelsexperte der Boston Consulting Group (BCG), Markus Hepp, der Deutschen Presse-Agentur.

„Das schlägt sich natürlich in den Verkaufszahlen dieser Kategorien nieder, wo wir beispielsweise 10 bis 20 Prozent Wachstum im italienischen Markt beobachten konnten.“ Besonders negativ betroffen von der aktuellen Entwicklung seien dagegen Großhändler für Restaurants oder Hotels. Hier drohe ein Nachfrage-Einbruch um bis zu 30 Prozent, sagte Hepp.

Die sinkende Nachfrage von Gastronomen, Hotels, Kitas und Kantinen sei deutlich spürbar, sagt Marcus Schwenke, Geschäftsführer des Großhandelsverbandes Foodservice. Einbrüche seien leicht zeitversetzt zum Gastgewerbe zu erwarten. Sollten Insolvenzen in der Gastronomiebranche zunehmen, könne dies dramatische Folgen für Großhändler haben - noch weit nach dem Ende der Pandemie, fürchtet der Verband, der Anbieter wie Metro und Selgros/Transgourmet vertritt.