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In- und Ausland

Nächste Runde im Duell von Biden und Sanders

Wahlen

Dienstag, 17. März 2020 - 02:00 Uhr

von Deutsche Presseagentur dpa

dpa Washington. Joe Biden und Bernie Sanders kämpfen um die Präsidentschaftskandidatur der Demokraten. Nun ist die nächste wichtige Vorwahl-Runde da. Kann sich Biden gänzlich von Sanders absetzen und die Führung entscheidend ausbauen?

Bernie Sanders (l) und Joe Biden stehen im Februar während einer TV-Debatte nebeneinander. Foto: Matt Rourke/AP/dpa

Im Duell der demokratischen US-Präsidentschaftsbewerber Joe Biden und Bernie Sanders steht an diesem Dienstag die nächste große Vorwahl-Runde an. Abgestimmt wird in vier Bundesstaaten: Arizona, Florida, Illinois und Ohio.

Erste Wahllokale öffnen gegen Mittag deutscher Zeit. Ergebnisse werden nach deutscher Zeit erst am Mittwoch erwartet. Die Demokraten stimmen darüber ab, wen sie für den besten Kandidaten ihrer Partei für die Präsidentschaftswahl im November halten. Ex-US-Vizepräsident Biden (77) und der linke Senator Sanders (78) liefern sich einen Zweikampf um die Nominierung. Es könnte eine wegweisende Vorwahl-Runde werden.

Ein wichtiger Abstimmungstag

Insgesamt geht es um 577 Stimmen von Delegierten für den Nominierungsparteitag der Demokraten im Sommer, bei dem der Präsidentschaftskandidat der Partei am Ende offiziell gekürt wird. 577 sind fast 15 Prozent aller regulären Parteitagsdelegierten. Allein 219 Delegiertenstimmen werden in Florida vergeben, 155 in Illinois.

Die Delegierten-Mathematik

Bei den Vorwahlen der Demokraten werden nach und nach die Stimmen der Delegierten für den Parteitag im Juli verteilt. Dort braucht ein Kandidat mindestens 1991 von 3979 regulären Delegierten auf seiner Seite, um sich eine Nominierung als Präsidentschaftskandidat zu sichern. 47 Prozent aller Delegiertenstimmen wurden bei den bisherigen Vorwahlen bereits vergeben. Nach diesem Dienstag werden insgesamt 61 Prozent verteilt sein.

Gute Aussichten für Biden

Derzeit liegt der Ex-US-Vizepräsident in dem Duell klar in Führung: Nach Berechnungen des Fernsehsenders CNN hat er sich bei den bisherigen Vorwahlen bereits 845 Delegiertenstimmen gesichert - Sanders wiederum 694. Und: Biden hat bei den Vorwahlen in Arizona, Florida, Illinois und Ohio gute Chancen, seine Siegesserie fortzusetzen. In Umfragen liegt er in allen vier Bundesstaaten weit in Führung, jeweils im zweistelligen Prozentpunktebereich. Sollte er bei den Abstimmungen überall siegen, würde er seinen Vorsprung deutlich ausbauen - und der Druck auf Sanders würde zunehmen, aus dem Rennen auszusteigen.

Das weitere Rennen

Die Vorwahlen ziehen sich noch regulär bis in den Juni hin. Im Sommer stehen dann die Nominierungsparteitage bei Demokraten und Republikanern an: Die Demokraten wollen im Juli zusammenkommen, die Republikaner im August. Zumindest sieht so der bisherige Zeitplan aus.

Der Corona-Faktor bei den Vorwahlen

Die Coronavirus-Krise hat bereits jetzt Einfluss auf den Wahlkampf in den US: Kundgebungen werden abgesagt, erste Bundesstaaten - Louisiana und Georgia - haben ihre Vorwahlen wegen der Ausbreitung des Virus verschoben. Auch für Ohio stand eine Verschiebung im Raum: Der dortige Gouverneur Mike DeWine sprach sich dafür aus. Ein Gericht wies das am Montagabend (Ortszeit) jedoch ab, wie mehrere US-Medien, darunter die „Washington Post“ und der Sender Fox News übereinstimmend berichteten. US-Präsident Donald Trump sagte am Montag, die Verschiebung einer Wahl sei eine große Sache und in diesem Fall seiner Ansicht nach nicht nötig.

Das weniger spannende Rennen der Republikaner

Auch die Republikaner halten in Florida, Illinois und Ohio Vorwahlen ab. Der Präsidentschaftskandidat der Republikaner steht aber quasi schon fest: Amtsinhaber Trump hat hier parteiintern keine ernstzunehmende Konkurrenz. Die republikanische Partei in Arizona hat die Vorwahl dort daher gleich ganz gestrichen.

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