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In- und Ausland

Netanjahu weist Nasrallahs Drohung zurück

Konflikte

Dienstag, 27. August 2019 - 14:41 Uhr

von Deutsche Presseagentur dpa

dpa Tel Aviv. Der Ton zwischen Israel und dem Libanon wird schärfer. Die israelische Armee rechnet nach Medienberichten mit einem Anschlag auf ihre Soldaten im Norden des Landes.

Israels Ministerpräsident Benjamin Netanjahu. Foto: Efrem Lukatsky/AP

Israels Ministerpräsident Benjamin Netanjahu hat die Drohung des Chefs der Iran-treuen Schiitenmiliz Hisbollah, Hassan Nasrallah, nach dem Absturz einer Drohne und der Explosion einer zweiten über Beirut zurückgewiesen.

„Nasrallah sollte sich beruhigen“, sagte Netanjahu nach Angaben seines Büros. „Er weiß sehr gut, dass sich der Staat Israel gut zu verteidigen und es seinen Feinden heimzuzahlen weiß.“

Am Sonntag war über der libanesischen Hauptstadt eine angeblich israelische Drohne abgestürzt. Eine zweite explodierte in der Luft. Nasrallah drohte am selben Tag mit Gegenwehr. Sollte eine israelische Drohne in den libanesischen Luftraum eindringen, werde sie abgeschossen, sagte er in einer TV-Ansprache.

Netanjahu warnte nun Nasrallah, den libanesischen Staat, der die Hisbollah beherberge, und den Kommandeur der Al-Kuds-Brigade (Arabisch für Jerusalem), Ghassem Soleimani: „Achtet auf Eure Worte und noch mehr auf Eure Taten.“

Nach einem Bericht des israelischen Radios schränkte die Armee den Einsatz von militärischen Fahrzeugen entlang der Grenze zum Libanon ein. Israel rechne mit einem Angriff auf militärische Ziele im Norden des Landes, hieß es.

Die Hisbollah warf Israel vor, einen Bombenangriff mit den Drohnen organisiert zu haben. Die im Süden Beiruts abgestürzte Drohne habe einen Sprengsatz enthalten. Der Sprengsatz habe 5,5 Kilogramm gewogen. Nach Untersuchungen der Überreste komme man zu dem Schluss, dass es sich nicht um eine Aufklärungsdrohne handele.

Die Hisbollah bezeichnete die beiden Zwischenfälle vom Sonntag als „zwei Drohnenangriffe mit Bomben“ auf den Süden der libanesischen Hauptstadt Beirut. Eine israelische Armeesprecherin sagte: „Wir kommentieren keine Berichte in ausländischen Medien.“

Die Nachrichtenseite „Times of Israel“ hatte unter Berufung auf Experten berichtet, die Drohnen schienen iranischen - nicht israelischen - Ursprungs zu sein.

Am Montag bombardierte nach libanesischen Angaben eine israelische Drohne im Osten des Landes die Basis einer Iran-treuen Gruppe.

Am Samstag waren bei einer israelischen Bombardierung nahe der syrischen Hauptstadt Damaskus Aktivisten zufolge mindestens fünf regierungstreue Kämpfer getötet worden. Nasrallah sagte in seiner TV-Ansprache, davon seien zwei Kämpfer der Hisbollah gewesen. Nach Angaben des israelischen Militärs handelte es sich um einen Präventivschlag gegen iranische „Killerdrohnen“, die Ziele in Israels Norden angreifen sollten.

Die israelische Armee greift immer wieder Ziele im benachbarten Bürgerkriegsland Syrien an, gibt dies jedoch nur selten offiziell zu. Die Bombardierungen richten sich Beobachtern zufolge gegen Kräfte, die mit dem Iran verbunden sind. Israel will verhindern, dass sich sein Erzfeind in Syrien militärisch weiter etabliert.

Die Hisbollah wird vom ebenfalls schiitischen Iran unterstützt und betrachtet wie Teheran Israel als seinen Erzfeind. Sie besitzt im Libanon großen politischen und militärischen Einfluss. Präsident Michel Aoun ist ein enger politischer Verbündeter der Hisbollah.

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