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Neue Schuldenpläne lösen Kursturbulenzen in Italien aus

Börsen

Freitag, 28. September 2018 - 11:01 Uhr

von Deutsche Presseagentur dpa

dpa Frankfurt/Mailand. Neue Schuldenpläne der italienischen Regierung haben Kursturbulenzen an den italienischen Finanzmärkten ausgelöst. Bei den italienischen Staatsanleihen kam es am Vormittag zu einem kräftigen Kurssturz, während die Renditen für die Staatspapiere deutlich stiegen.

Der stellvertretende italienische Premierminister Luigi Di Maio feiert auf einem Balkon des Chigi-Palastes am Ende einer Kabinettssitzung, bei der die Regierung ihre finanzpolitischen Ziele bekannt gab. Die italienische Regierungskoalition will mehr Schulden machen. Foto: Alessandro Di Meo/ANSA

Erstmals seit Anfang September kletterte die Rendite für zehnjährige Staatsanleihen wieder über 3 Prozent - um 0,22 Prozentpunkte auf 3,10 Prozent. Beobachter sprachen von einer ungewöhnlich heftigen Kursreaktion für den Anleihemarkt.

An der Börse in Mailand verlor der Leitindex FTSE MIB zum Auftakt zwei Prozent. Starke Verluste gab es auch bei den Bankwerten - die Aktien von Intesa Sanpaolo und von Unicredit verloren mehr als vier Prozent. Die Regierung aus populistischer Fünf-Sterne-Bewegung und rechter Lega hatte zuvor das Defizitziel für 2019 auf 2,4 Prozent der Wirtschaftsleistung angehoben.

Erlaubt sind nach den sogenannten Maastricht-Kriterien 3 Prozent. Italien weist aber eine hohe Staatsverschuldung auf - etwa 130 Prozent der Wirtschaftsleistung - und ist daher verpflichtet, weitere Vorgaben zu erfüllen. Den vollständigen Haushaltsentwurf muss Rom bis 15. Oktober an die EU-Kommission in Brüssel senden. Diese muss die Pläne dann im Detail prüfen.

Konservative Europaparlamentarier kritisierten das Vorgehen Italiens. Der CSU-Abgeordnete Markus Ferber warf dem italienischen Innenminister Matteo Salvini und dem stellvertretenden Ministerpräsidenten Luigi Di Maio vor, das hoch verschuldete Land näher an den Abgrund zu bringen und europäische Vorgaben zu ignorieren.


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