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In- und Ausland

Neugeborenes Baby zum Sterben ausgesetzt: Mutter vor Gericht

Prozesse

Dienstag, 7. Juli 2020 - 05:41 Uhr

von Deutsche Presseagentur dpa

dpa Augsburg. Sie soll ihr Baby gleich nach der Geburt zum Sterben in einer Wiese ausgesetzt haben. Nach eineinhalb Tagen fand ein Mann das wimmernde Baby. Ärzte konnten den kleinen Jungen retten. Nun steht die Mutter vor Gericht.

Das Strafjustizzentrum in Augsburg. Dort muss sich vor dem Landgericht eine 32 Jahre alte Frau verantworten, die im Sommer 2019 ihr neugeborenes Baby auf einer Wiese ausgesetzt haben soll. Foto: Karl-Josef Hildenbrand/dpa

Eine 32 Jahre alte Frau steht von heute an wegen versuchten Totschlags an ihrem neugeborenen Baby vor dem Augsburger Landgericht.

Die Frau hatte laut Anklage im Juli 2019 auf einer Wiese in Blindheim nachts allein einen Jungen zur Welt gebracht und ihr Kind dann unbekleidet im hohen Gras zurückgelassen.

Die Ermittler gehen davon aus, dass die Frau ihr Baby loswerden und den kleinen Jungen sterben lassen wollte. Die Mutter habe bereits zwei Kinder und die neue Schwangerschaft vor Menschen in ihrer Umgebung geheim gehalten. Die Frau habe auch nicht genau gewusst, wer der Vater des Kindes sei. Sie habe die Sorge für ihren Sohn und dessen Erziehung nicht übernehmen wollen, heißt es in der Anklageschrift zum Motiv.

Der Säugling lag mehr als einen Tag unentdeckt in der Wiese, zeitweise in praller Sonne. Erst etwa 34 Stunden nach der Geburt entdeckte ein Anwohner das wimmernde Baby im Gras. Der Junge wurde in lebensbedrohlichem Zustand per Rettungshubschrauber in die Augsburger Universitätsklinik geflogen. Die Ärzte konnten ihn retten. Das Kind wird allerdings ein Leben lang unter den Folgen leiden, drei abgestorbene Zehen des Säuglings mussten amputiert werden. Später kam das Baby zu einer Pflegefamilie.

Die Mutter war wenige Stunden nach der Entdeckung des Säuglings in ihrer Wohnung festgenommen worden. Die Verteidigerin der Angeklagten wollte sich vor dem Prozess nicht zu den Vorwürfen gegen ihre Mandantin äußern. Für das Verfahren sind zunächst vier Verhandlungstage geplant. Das Urteil könnte am 21. Juli fallen.

© dpa-infocom, dpa:200707-99-697976/2

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