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NordLB 2018 mit Milliarden-Verlust

Banken

Donnerstag, 4. April 2019 - 13:51 Uhr

von Deutsche Presseagentur dpa

dpa Hannover. Die NordLB war 2018 in allen Geschäftsbereichen profitabel - mit Ausnahme des Schiffsbereichs. Der hat ihr einen Milliardenverlust beschert, weil die Bank mit hohen Rückstellungen Vorsorge gegen Ausfälle traf. Dennoch schaut das Management positiv in die Zukunft.

Fürs laufende Umbruchsjahr erwartet die künftig stark verkleinerte NordLB wegen des hohen Umstrukturierungsaufwands von mehreren hundert Millionen Euro erneut einen Verlust nach Steuern. Foto: Julian Stratenschulte

Die Vorsorge der NordLB gegen den Ausfall sogenannter fauler Schiffskredite hat 2018 mit einem Verlust von 2,3 Milliarden Euro deutliche Spuren hinterlassen.

„Der hohe Jahresverlust für 2018 ist schmerzhaft“, gab NordLB-Vorstandschef Thomas Bürkle bei der Vorlage der Geschäftsergebnisse am Donnerstag in Hannover zu. Er betonte jedoch: „Aber die Befreiung von Altlasten aus der Schiffsfinanzierung ermöglicht uns einen Neustart.“

Fürs laufende Umbruchsjahr erwartet die künftig stark verkleinerte Bank wegen des hohen Umstrukturierungsaufwands von mehreren hundert Millionen Euro erneut einen Verlust nach Steuern. Eine Rückkehr in die Gewinnzone ist dann erst fürs kommende Jahr geplant.

Die Bank hat 2018 für die Bereinigung von Altlasten aus der Schiffsfinanzierung nach vorläufigen Zahlen eine zusätzliche Risikovorsorge in Höhe von 1,89 Milliarden Euro gebildet. 2017 hatte die Bank noch einen Gewinn von 135 Millionen Euro erzielt.

„Wir haben als Ergebnis eine bilanziell weitgehend bereinigte Bank in allen Geschäftsbereichen“, sagte Bürkle. Das Schiffsportfolio der Norddeutschen Landesbank (NordLB), das künftig komplett abgebaut werden soll, sei mittlerweile „komfortabel“ abgesichert.

Rund 93 Prozent des Geschäfts der NordLB sind heute bereits von der Schiffsfinanzierung unabhängig - größte Segmente sind das Firmenkundengeschäft (29 Prozent) und der Bereich Energie- und Infrastruktur (13 Prozent). Die faulen Schiffskredite - deren Rückzahlung fraglich ist - in Höhe von 7,5 Milliarden Euro seien zu 65 Prozent durch Risikovorsorge abgeschirmt. Die restlichen Schiffskredite in Höhe von 2,9 Milliarden Euro sollen künftig abgestoßen werden.

Am Mittwoch hatten die NordLB-Träger der Bankenaufsicht ihr neues Geschäftsmodell präsentiert. Niedersachsens Finanzminister und NordLB-Aufsichtsratschef Reinhold Hilbers (CDU) skizzierte am Donnerstag die Grundzüge im Haushaltsausschuss des Landtags und erhielt für das Konzept Zustimmung der SPD-Landtagsfraktion.

Jedoch forderte sie sozialverträgliche Lösungen für die geplante Reduzierung der Arbeitsplätze. Denn die Bank soll künftig mit 3250 statt 5500 Mitarbeitern auskommen. Im Rahmen des Sparprogramms der Bank sind bisher 823 der bis Ende 2020 geplanten 1250 Stellen abgebaut.

Kern des Geschäftsmodells sollen künftig das Firmenkundengeschäft, die Immobilienfinanzierung und das Agrarbanking sowie das Privatkundengeschäft sein. Die Bank soll zwar ertragsstark mit einer achtprozentigen Rendite und einer Kernkapitalquote von 14 Prozent vor allem regional stark verankert sein, aber auch im europäischen Ausland vertreten bleiben. Die Bilanzsumme schmilzt nach diesem Konzept künftig von rund 155 Milliarden auf 95 Milliarden Euro.

Die NordLB hatte wegen des schwierigen Schiffsfinanzierungsgeschäfts Milliardenverluste verzeichnet und benötigt eine Finanzspritze von insgesamt rund 3,63 Milliarden Euro. Den größten Teil müssen Niedersachsen und Sachsen-Anhalt schultern, die Sparkassengruppe den Rest.


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