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Oberlandesgericht will Urteil im NSU-Prozess sprechen

Prozesse

Mittwoch, 11. Juli 2018 - 05:01 Uhr

von Deutsche Presseagentur dpa

dpa München. Nach gut fünf Jahren und mehr als 430 Prozesstagen steht der NSU-Prozess unmittelbar vor dem Ende: Heute Vormittag will das Münchner Oberlandesgericht das Urteil gegen die mutmaßliche Rechtsterroristin Beate Zschäpe und vier Mitangeklagte sprechen.

Die Angeklagte Beate Zschäpe sitzt im Gerichtssaal des Oberlandesgericht zwischen ihren Anwälten. Foto: Peter Kneffel

Damit endet dann das Verfahren um die Morde und Anschläge des „Nationalsozialistischen Untergrunds“, einer der längsten und aufwendigsten Indizienprozesse der deutschen Nachkriegsgeschichte. Die Urteilsbegründung könnte sich aber über viele Stunden hinziehen.

Die Bundesanwaltschaft hat die Höchststrafe für Zschäpe gefordert: lebenslange Haft, die Feststellung der besonderen Schwere der Schuld sowie anschließende Sicherungsverwahrung. Die Anklage sieht die heute 43-Jährige als Mittäterin an allen Verbrechen des NSU: den neun Morden an türkisch- und griechischstämmigen Gewerbetreibenden, dem Mord an einer deutschen Polizistin, zwei Bombenschlägen mit Dutzenden Verletzten sowie insgesamt 15 Raubüberfällen. Im November 2011 setzte Zschäpe zudem die letzte Fluchtwohnung des NSU in Zwickau in Brand.

Zschäpes zwei Verteidiger-Teams haben dagegen den Freispruch von allen Morden und Anschlägen gefordert: Zschäpe sei keine Mittäterin, sie sei keine Mörderin und keine Attentäterin. Verurteilt werden könne sie nur wegen der Brandstiftung in der letzten Wohnung des NSU in Zwickau kurz nach dem Auffliegen des Trios am 4. November 2011.


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