In- und Ausland

Österreichische „Ibiza-Affäre“: Festnahme in Berlin

Kriminalität

Freitag, 11. Dezember 2020 - 13:11 Uhr

von Deutsche Presseagentur dpa

dpa Wien. Das Video aus einer Villa auf Ibiza hatte letztendlich zum Sturz der österreichischen Regierung geführt. Der mutmaßliche Drahtzieher der geheimen Aufnahmen, ein Privatdetektiv, wurde nun in Berlin festgenommen.

Die FPÖ hatte ihren langjährigen Ex-Chef Heinz-Christian Strache nach den Wirren um das Ibiza-Video und eine Spesenaffäre aus der Partei ausgeschlossen. Foto: Herbert Neubauer/APA/dpa

Der mutmaßliche Drahtzieher des Ibiza-Videos, das 2019 zum Sturz der österreichischen Regierung geführt hat, ist in Berlin festgenommen worden.

Die Staatsanwaltschaft Wien sowie die Berliner Polizei bestätigten der Deutschen Presse-Agentur die Festnahme, über die zunächst die österreichische Zeitung „Die Presse“ berichtet hatte.

Spezialkräfte der Berliner Polizei griffen den seit über einem Jahr per europäischem Haftbefehl Gesuchten am Donnerstagvormittag in Berlin-Pankow auf.

In dem Video, das 2017 in einer Villa auf der spanischen Insel Ibiza aufgenommen wurde, hatte der spätere österreichische Vizekanzler Heinz-Christian Strache von der rechten FPÖ mit einer angeblichen russischen Oligarchin unter anderem über illegale Parteispenden und Großaufträge gesprochen und anfällig für Korruption gewirkt. Strache hat bisher stets alle Vorwürfe bestritten. Die Veröffentlichung von Ausschnitten des Videos durch „Spiegel“ und „Süddeutsche Zeitung“ im Mai 2019 führte in Österreich zum Rücktritt Straches aus der ÖVP-FPÖ-Regierung von Bundeskanzler Sebastian Kurz und später zu Neuwahlen.

Der Privatdetektiv, der im Video als Begleiter des Lockvogels auftaucht und zuvor die Falle eingefädelt und das Haus verwanzt haben soll, war nach Bekanntwerden des Videos untergetaucht. Der „Presse“ zufolge wird ihm neben der illegalen Herstellung von Ton- und Filmaufnahmen außerdem der Handel von Kokain zur Last gelegt. Laut der Wiener Staatsanwaltschaft müssen die deutschen Behörden nun über das Einleiten eines Übergabeverfahrens entscheiden.

Strache kommentierte die Festnahme am Freitag erfreut. „Ich freue mich über die Festnahme des kriminellen Drahtziehers der Ibiza-Falle (auch nach so langer Zeit) und hoffe nunmehr auf rasche und restlose Aufklärung und auch auf die Aufdeckung der weiteren Mittäter, Auftraggeber und Hintermänner!“, teilte er auf seiner Facebook-Seite mit.

© dpa-infocom, dpa:201211-99-656127/2

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