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In- und Ausland

Opec beginnt Gespräche über Verlängerung der Förderkürzung

Energie

Samstag, 6. Juni 2020 - 17:11 Uhr

von Deutsche Presseagentur dpa

dpa Wien. Mit der Drosselung ihrer Ölproduktion wollten die großen Förderländer dem Preisverfall in der Corona-Krise einen Riegel vorschieben. Nun verhandelt die Opec über eine mögliche Verlängerung.

Das Ölkartells Opec berät über eine Verlängerung der vereinbarten Förderkürzungen. Foto: Ronald Zak/AP/dpa

Das Ölkartell Opec hat am Samstag Gespräche über eine mögliche Verlängerung ihrer aktuellen Förderkürzungen aufgenommen.

So wollen die großen Ölförderländer den Preisverfall in der Corona-Krise stoppen. Nach der internen Abstimmung will das Ölkartell mit seinen Kooperationspartnern, der sogenannten Opec+, sprechen.

In den Video-Gesprächen zwischen dem Kartell und der von Russland geführten Gruppe geht es vor allem darum, ob ein vor zwei Monaten vereinbartes Abkommen zur Drosselung der Ölproduktion verlängert werden soll. Von russischer Seite hieß es im Vorfeld, es werde eine „lange und schwierige Nacht“.

„Diese Anpassungen haben dem Markt die dringend benötigte Entlastung gebracht, und wir haben eine vorsichtige Erholung erlebt“, sagte der algerische Energieminister und Vorsitzende der Opec-Konferenz, Mohamed Arkab, zu Beginn der Gespräche am Samstag. „Die Aussichten sowohl für Angebot als auch Nachfrage haben sich in den vergangenen Wochen verbessert.“ Die beteiligten Länder hätten sich bisher in hohem Maße an die Abmachung gehalten.

Die Organisation Erdöl produzierender Staaten (Opec) und die anderen Länder hatten sich im April darauf verständigt, die Öl-Förderung um 9,7 Millionen Barrel (je 159 Liter) am Tag für die Monate Mai und Juni zu kürzen. Die Opec erwartet wegen der wirtschaftlichen Folgen der Corona-Krise einen drastischen Einbruch des Ölverbrauchs. Eine Drosselung soll die gefallenen Preise wieder steigen lassen.

Marktbeobachter erwarten eine Einigung. Allerdings will die Opec die Preise auch nicht zu sehr hochtreiben. Das könnte die US-Konkurrenz wieder stärker ins Spiel bringen, die bei Preisen jenseits der 40 Dollar für ein Barrel wieder kostendeckend produzieren könnte.

Mit einem starken Anstieg der Ölpreise würde sich die Opec ihr eigenes Grab schaufeln, betonte Commerzbank-Experte Eugen Weinberg. Länder, die im vergangenen Monat mehr produziert hätten als sie sollten, hätten zugesagt, ihre Verpflichtungen in Zukunft einzuhalten, sagte er mit Verweis auf den Irak, Nigeria, Angola und Kasachstan.

Nigeria bekräftigte zu Beginn der Gespräche seine Bereitschaft zur Einhaltung des Abkommens. Länder, die nicht in der Lage seien, das Abkommen während der gegenwärtigen Zweimonatsfrist einzuhalten, sollten dies innerhalb der folgenden drei Monate kompensieren, teilte das zuständige Ministerium mit.

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