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In- und Ausland

Pakistan-Wahl: Stimmenauszählung verzögert sich

Parlament

Donnerstag, 26. Juli 2018 - 07:51 Uhr

von Deutsche Presseagentur dpa

dpa Islambad. Die offizielle Stimmenauszählung nach der Parlamentswahl in Pakistan verzögert sich. Die Wahlkommission spricht von technischen Problemen. Mehrere Parteien erheben den Vorwurf der Wahlfälschung.

Helfer leeren Wahlurnen in einem Wahllokal in Islamabad. Foto: Anjum Naveed/AP

Die Auszählung der Stimmen nach der Wahl in Pakistan verzögert sich. Der Grund dafür seien technische Probleme eines elektronischen Meldesystems, sagte der Sekretär der pakistanischen Wahlkommission, Babar Yaqoob, am frühen Donnerstagmorgen (Ortszeit).

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Die Stimmenauszählung erfolge nun manuell. Yaqoob wies Vorwürfe eines Komplotts zurück, nachdem mehrere Parteien noch in der Nacht auf Donnerstab den Vorwurf der Wahlfälschung erhoben hatten. „Die Verzögerung liegt daran, dass das Übertragungssystem kollabiert ist“, sagte Yaqoob.

Die beiden etablierten Parteien, die Pakistanische Muslim-Liga (PML-N) und die Pakistanische Volkspartei (PPP) hatten davor berichtet, Wahlbeobachter ihrer Kandidaten seien aus den Wahllokalen gedrängt worden und hätten keine offiziellen Resultate bekommen. Beide wollen das Ergebnis der Wahl nicht akzeptieren. Auch kleinere Parteien äußerten den Vorwurf der Wahlmanipulation. Der Chef-Wahlkommissar, Sardar Mohamed Raza, verteidigte den Prozess. „Diese Wahlen waren zu 100 Prozent transparent und fair“, sagte Raza.

Lokale Medien sehen einen Wahlsieg der Bewegung für Gerechtigkeit (Tehreek-e Insaf/PTI) des ehemaligen Kricket-Stars Imran Khan. Laut „Dawn“, der größten englischsprachigen Zeitung des Landes, liegt die PTI bei einem Auszählungsstand von knapp 50 Prozent in 113 der umkämpften 272 Wahlkreise vorne. Die bisherige Regierungspartei PML-N habe in 64 Wahlkreisen die Mehrheit geholt, die PPP 43.

In Pakistan wird nach dem Mehrheitswahlrecht gewählt. Wer in einem der Wahlkreise am stärksten abschneidet, gewinnt dort den Sitz. Die Stimmen der Verlierer verfallen. Neben den zur Wahl stehenden 272 Sitzen sind weitere 60 Sitze für Frauen reserviert, zehn weitere für religiöse Minderheiten. Diese werden danach von den Parteien je nach ihrem Abschneiden besetzt. 137 Sitze sind für eine Parlamentsmehrheit notwendig.

Die Wahlkommission wollte keine Angaben machen, wann die offiziellen Resultate zu erwarten sind.

Letzte Umfragen vor der Wahl hatten ein Kopf-an-Kopf-Rennen zwischen der Regierungspartei PML-N von Ex-Premier Sharif und der PTI-Partei des ehemaligen Kricket-Stars vorausgesagt. Khan wird nachgesagt, er sei der Wunschkandidat des Militärs. Beide bestreiten dies.

Bereits während des Wahlkampfs war der Vorwurf, die Armee versuche die Wahl zu beeinflussen, weit verbreitet. Vor allem die Regierungspartei PML-N beklagte eine gezielte Kampagne gegen sie durch das Militär mit angeblicher Unterstützung durch die Justiz. Mehrere hochrangige Parteimitglieder wurden von der Wahl ausgeschlossen oder der Korruption beschuldigt. Parteigründer Nawaz Sharif, der als einer der mächtigsten Politiker des Landes gilt, wurde drei Wochen vor der Wahl wegen Korruption zu zehn Jahren Freiheitsstrafe verurteilt und sitzt nun in Haft.

370 000 Soldaten waren zur Sicherung der Wahllokale abgestellt worden. Die Militärs bewachten die Wahllokale erstmals nicht nur vor den Eingängen, sondern wurden auch in den Stimmabgabezentren selbst eingesetzt. Die Militärs sollten auch während der Stimmauszählung in den Wahlstationen präsent sein.

Ihre Rolle stand während des Wahltags unter besonderer Beobachtung. „Es gibt einen Verhaltenskodex, und wir als Beobachter sehen uns an, wie sich das Militär verhält“, sagte der Leiter der EU-Wahlbeobachtermission, der deutsche EU-Abgeordnete Michael Gahler (CDU), beim Besuch eines Stimmabgabezentrums in Islamabad. Der Bericht der EU-Wahlbeobachtungsmission soll am Freitag veröffentlicht werden.

Überschattet wurde die Wahl von einem schweren Terroranschlag im Südwesten des Landes. Bei einem Selbstmordanschlag in der Stadt Quetta kamen am Mittwoch mindestens 31 Menschen ums Leben. Die Terrormiliz Islamischer Staat (IS) reklamierte den Anschlag über ihren Propagandakanal Amaq für sich.

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